|
|
|
 |
|
| Stadt
und Burg dürften wahrscheinlich schon bestanden haben
bevor die Grafen von Neuenburg Anfangs des 13.Jh. ihre
Burg erbaut hatten. 1311 wird für Boudry eine Bürgerschaft
erwähnt, was auf eine Jahrzehnte alte Stadt hinweist.
Erst 1343 erhielt Boudry von Graf Ludwig einen eigenen
Freibrief. Graf Ludwig hielt sich nur wenige Tage im
Jahr auf der Burg auf, welche durch einen Angestellten
unterhalten wurde, und überprüfte die Abgaben seiner
Untertanen oder regelte rechtliche Dinge. Nach seinem
Tode 1373, er war der tatkräftigste Vertreter seines
Geschlechts, hinterliess er Boudry seiner dritten
Gemahlin, Margrit von Vufflens, als Witwensitz zur
Nutzung für ihren Unterhalt. |
.
|
|
|
|
Die
Grafschaft Neuenburg vermachte er seiner Tochter
Isabelle. Mit Margrit, als neue Herrin, begann für
die Bewohner der Herrschaft Boudry eine schlechte
Zeit. Margrit heiratete 1373, im selben Jahr in
dem ihr Mann verstarb, Jaques de Vergy. Die Beiden
bedrohten ihre Untertanen und begannen diese
regelrecht auszuplündern. Sie befahlen einige
ihrer Untertanen auf die Burg und liesen acht von
ihnen in den Kerker werfen. Daraufhin
beschlagnahmten sie deren Güter und verkaufen
diese. Ihren Knechten befahl Margrit, in die Häuser
der Bürger einzudringen und alles zu stellen was
nicht Niet und Nagelfest war. Das ausgeflippte
Paar begann sogar die Befestigungsanlagen der
Stadt zu demolieren und zerstörte sieben Häuser
total. Zu guter Letzt liessen sie die Stadt anzünden
und auf jeden schiessen der die Flammen löschen
wollte. Dazu kamen noch ihre Truppen, die in der
Umgebung alles plünderten was sie konnten und die
einen ganzen Eichenwald abholzten und die Stämme
verkauften. Gräfin Isabelle musste schliesslich
mit Waffengewalt gegen ihre Stiefmutter vorgehen
und Boudry besetzen. In einer Klageschrift an den
Erzbischof von Besançon wurden alle Verfehlungen
aufgezeichnet und Margrit musste Stadt und Burg,
gegen eine Abfindungssumme von 2000 Gulden, an Gräfin
Isabelle von Neuenburg abtreten. Von diesem
Zeitpunkt an war die Geschichte der Stadt eng mit
dem späteren Fürstentum Neuenburg verknüpft.
Die Schäden wurden im Laufe der Zeit repariert.
Doch war das Schloss derart verwahrlost, dass nur
noch die nötigsten Reparaturen ausgeführt wurden
und der Kastellan seinen Wohnsitz in die Stadt
verlegte.
|
Das
Schloss ist ein Museum Musée
de la Vigne et du Vin Öffnungszeiten: Di-So, 14-17 Uhr,
2017 Boudry, Tel. 032 / 842 38 32 |
|
|
|
|