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Schweizer
Nationalhymne, wie ein Kirchenlied zur Hymne wurde |
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Sommer
1841. Der Urner Priester und Komponist Alberik Zwyssig
(1808-1854) weilt bei seinem Bruder im Hof St. Carl, einem
stattlichen Patrizierhaus vor den Toren von Zug.Von seinem Zürcher
Bekannten Leonhard Widmer (1809-1867) - einem Musikverleger,
Journalist und Liederdichter - erhält er einen patriotischen
Liedtext zur Vertonung zugeschickt. Er wählt den Messgesang
auf den Psalmtext "Diligam te Domine" (Ich will Dich
lieben, Herr), den er 1835 für eine Pfarrinstallations-Feier
komponiert hat, als er Stiftskapellmeister des Klosters
Wettingen war. Die Anpassungen des neu zu unterlegenden
Widmerschen Textes führen bis in den Herbst des Jahres 1841.
Schliesslich, "am Abend des Cäcilientages, Montag, den
22. November 1841, zu St. Carl im 1. Stock in der Stube gegen
See und Stadt hin" probt Zwyssig mit vier Zuger Stadtbürgern
zum ersten Mal seinen "Schweizerpsalm" (nach einem
Bericht von Oberstleutnant Franz Uttinger, der den ersten Bass
sang). |
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Bereits
1843 erschien das neue Vaterlandslied im "Festheft der Zürcher
Zofinger für die Feier der Aufnahme Zürichs 1351 in den
Schweizerbund". (Der Zofingerverein ist die älteste
schweizerische Studentenverbindung.) Im gleichen Jahr wurde es
am Eidgenössischen Sängerfest in Zürich vorgetragen und vom
Publikum mit Begeisterung aufgenommen. Bei den Männerchören
wurde der "Schweizerpsalm" schnell heimisch, dank Übersetzungen
auch bald in den romanischen Sprachgebieten, und umrahmte häufig
patriotische Feiern. Die zahlreichen Vorstösse zwischen 1894
und 1953, dieses Lied zur offiziell gültigen Nationalhymne zu
erklären, lehnte der Bundesrat - die Schweizer Regierung -
jedoch ab; denn eine Nationalhymne solle nicht durch ein behördliches
Dekret eingeführt, sondern vom Volk durch den regelmässigen
Gebrauch frei gewählt werden. In der Tat existierte als Repräsentationsgesang
für politische und militärische Anlässe ein anderes Lied,
das gleichermassen populär war wie der
"Schweizerpsalm": "Rufst Du mein
Vaterland" dürfte auch noch heute einigen im Gedächtnis
sein. Der Text wurde auf der englischen Hymnenmelodie "God
save the King (Queen)" gesungen. Das führte im Laufe des
20. Jahrhunderts, als die internationalen Kontakte stark
zunahmen, zu mitunter peinlichen Situationen beim Abspielen
der melodisch gleichklingenden Nationalhymnen Englands und der
Schweiz! |
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1961
beschloss daher der Bundesrat, der "Schweizerpsalm",
eine rein schweizerische und unverwechselbare Schöpfung, habe
provisorisch als offizielle schweizerische Nationalhymne zu
gelten. Nach dreijähriger Probezeit sprachen sich zwölf
Kantone zugunsten des "Schweizerpsalms" aus, während
sieben für eine verlängerte Probezeit plädierten, und nicht
weniger als sechs das Lied als Staatssymbol ablehnten. Trotz
des zwiespältigen Ergebnisses wurde 1965 die vorläufige
Anerkennung des "Schweizerpsalms" als Nationalhymne
bestätigt, diesmal unbefristet. Das Provisorium liess der
Bundesrat erst 10 Jahre später fallen, ohne jedoch eine spätere
neue Wendung auszuschliessen. In der Folgezeit gingen auch
mehrere Vorschläge für einen neuen Nationalgesang in Bern
ein. Dem "Schweizerpsalm" stand jedoch nach wie vor
keine andere Komposition gegenüber, die auch nur annähernd
so viele Stimmen auf sich vereinigen konnte. So erklärte denn
schliesslich der Bundesrat am 1. April 1981 den
"Schweizerpsalm" ohne Wenn und Aber als
Nationalhymne der Eidgenossenschaft, mit der Begründung, er
sei "ein rein schweizerisches Lied, würdig und
feierlich, so wie eine Grosszahl unserer Mitbürgerinnen und
Mitbürger sich eine Landeshymne wünschen". |
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Erste
Strophe.
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Trittst im
Morgenrot daher,
Seh'ich dich im Strahlenmeer,
Dich, du Hocherhabener, Herrlicher!
Wenn der Alpenfirn sich rötet,
Betet, freie Schweizer, betet!
Eure fromme Seele ahnt
Gott im hehren Vaterland,
Gott, den Herrn, im hehren Vaterland.
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Erste
Strophe vom Balser Madrigalisten Fritz Näf (MP3) |
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Zweite Strophe |
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Kommst
im Abendglühn daher,
Find'ich dich im Sternenheer,
Dich, du Menschenfreundlicher, Liebender!
In des Himmels lichten Räumen
Kann ich froh und selig träumen!
Denn die fromme Seele ahnt
Gott im hehren Vaterland,
Gott, den Herrn, im hehren Vaterland. |
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Zweite
Strophe vom Balser Madrigalisten Fritz Näf (MP3) |
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Dritte
Strophe
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Ziehst im
Nebelflor daher,
Such'ich dich im Wolkenmeer,
Dich, du Unergründlicher, Ewiger!
Aus dem grauen Luftgebilde
Tritt die Sonne klar und milde,
Und die fromme Seele ahnt
Gott im hehren Vaterland,
Gott, den Herrn, im hehren Vaterland.
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Dritte
Strophe vom Balser Madrigalisten Fritz Näf (MP3) |
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Vierte
Strophe |
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Fährst im
wilden Sturm daher,
Bist du selbst uns Hort und Wehr,
Du, allmächtig Waltender, Rettender!
In Gewitternacht und Grauen
Lasst uns kindlich ihm vertrauen!
Ja, die fromme Seele ahnt,
Gott im hehren Vaterland,
Gott, den Herrn, im hehren Vaterland.
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Vierte
Strophe vom Balser Madrigalisten Fritz Näf (MP3) |
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