|
|
|
 |
|
| In
Locarno wird bereits im Jahre 866 ein Königshof
genannt, welcher zur Grafschaft Stazzona gehörte. Der
Standort des Hofes ist jedoch nicht bekannt. Im 10.Jh.
wird eine Burg in Leocarni urkundlich erwähnt. Ob es
sich dabei um die Burg in Locarno handelte ist
zweifelhaft, da es mehrere Burgen in der Region gab die
alle der selben Adelsgruppe gehörten. Nachdem der
Erzbischof von Mailand das Gebiet der Region Locarno an
die Herren von Besozzo verliehen hatte, wurde die
Capitanei Locarno aufgespaltet, in mehrere Familien und
Familienzweige. Diese Familien beherrschten das
Locarnese von verschiedenen Burgen aus. |
.
|
|
|
| Die
heute noch sichtbaren Reste der Burg von Locarno,
betragen noch ca. einen fünftel der einstigen
Anlage. Die Gründungszeit wird im 12.Jh.
angenommen, vermutlich diente sie den Kaisertreuen
Capitanei Orelli als Wohnsitz. 1156 kam es zu Kämpfen
zwischen den Städten Como und Mailand, dabei soll
auch Locarno zerstört worden sein. Als es im 13.Jh.
zu Auseinandersetzungen zwischen Guelfen und
Ghibellinen kam, rückte Locarno unweigerlich ins
Spannungsfeld der beiden Kontrahenten. 1260 wurde
die Burg durch die aus Mailand vertriebenen
Ghibellinen erobert und zerstört, wonach Simon von
Orello die Seiten wechselte. Bis zu seinem Tode 1290
Kämpfte er erfolgreich gegen die Guelfen. |
| Die
Visconti von Mailand erweiterten ihre Macht immer
mehr und machten auch vor Locarno nicht halt. 1342
griffen sie die Burg von der Land und Seeseite her
an, und nahmen sie ein. Die gefangenen Capitanei
kamen kurze Zeit später wieder frei und wurden für
den Verlust entschädigt. Die Visconti setzten einen
Podestà als Verwalter ein unter dem die ersten
grossen Ausbauten der Anlage fielen. 1439 belehnten
sie Franchino Rusca mit der Burg. Unter ihm und
seinen Nachkommen, welche bis 1500 auf der Burg
lebten, fiel der Grösste Ausbau der gewaltigen
Festung. Nach den Burgunderkriegen, die mit dem Sieg
der Eidgenossen über Karl den Kühnen endete, kamen
den Mailänder Herzögen Zweifel an der Zuverlässigkeit
der Rusca, weshalb sie einen Kastellan auf die Burg
von Locarno setzten. Den Rusca stand von da an nur
noch ein Palazzo als Wohnquartier zur Verfügung, während
der Mailänder Kastellane im Befestigten Teil der
Anlage, der Rocca, einquartiert wurde. Die
Kastellane beschwerte sich mehrere Male bei den Mailänder
Herzögen. Die Gründe dafür waren der schlechte
Zustand der riesigen Anlage, zu wenig Truppen für
den Kriegsfall (200 Mann), und die Bautätigkeiten
der Rusca innerhalb des Burgbezirks. Dazu kamen noch
die Überschwemmungen der Maggia und die zunehmende
Verlandung des Hafens der 1485 und 1486 ausgeschürft
wurde. |
| 1499
wurde die Burg durch französische Truppen besetzt
was ein jahrelanges Ringen um die Zugehörigkeit der
Locarnese zur folge hatte. 1503 besetzten die
Eidgenossen, der Hinhaltetaktik und Versprechungen
Ludwigs XII müde geworden, Locarno. 1503
verzichtete Ludwig zu Gunsten der Eidgenossen auf
Bellinzona, worauf diese Locarno zurück
erstatteten. 1512 besetzten die Eidgenossen in einem
Feldzug die Gegend um Locarno jedoch ohne die Burg
zu erobern, da ihnen die Schweren Belagerungsgeschütze
fehlten. 1513 gelangten sie, nach zähen
Verhandlungen, provisorisch in den Besitz der
Festung und setzten einen Landvogt zur Verwaltung
ein. Nach dem "Ewigen Frieden" zwischen
Frankreich und der Eidgenossenschaft, gelangten sie
in den definitiven Besitz von Locarno. |
| Der
Unterhalt der riesigen Anlage bereitete der
Tagsatzung ernste Sorgen, weshalb sie beschlossen
die Burg teilweise zu schleifen (1531). Bereits 1532
waren die Abbrucharbeiten vollzogen und die Bewohner
von Locarno bauten auf dem Areal ihre Wohnhäuser.
1535 musste man auch den Hafen der Burg verlegen, da
dieser unbrauchbar wurde. Die Burg ist heute ein
Museum und die Erhaltenen Bauten lassen erahnen
welche Ausmasse die Ursprüngliche Festung hatte. |
| Sichtbar
sind die Imposanten Reste der Ringmauer, Eckturm der
Ringmauer, West-Flügel der Anlage und mehrere
Mauerresten verschiedener Gebäude. Aus der Gründungszeit
der Burg sind nur noch die Grundmauern erhalten. Der
grösste heute noch sichtbare Teil stammte jedoch
aus dem 15./16.Jh. |
|
| Heute
ist das Schloss ein Museum. Mehr Infos unter
|
Museo
civico e archeologico
Castello Visconteo
Piazza Castello 2
6600 Locarno
Tel: 091/ 756 34 61
|
Öffnungszeiten:
April-Oktober, Di-So 10-12, 14-17 Uhr
|
|
|
|