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Ausflugstipp Goms - Fiesch - Eggishorn
 
 
 
 
 
 
 
 
Express-Bar in Cham, Treffpunkt Ü-30ig
 
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Bei Grandson das Gut, bei Murten den Mut, bei Nancy das Blut.

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Wo bleibt der Vater nur ?

In der getäferten Stube des Waldhofes sass die Mutter wie jeden Abend am Tisch. Die Kinder hatte sie schon längst zu Bett gebracht. Sie neigte sich bei flackerndem Kienspan über die Hose des Kleinsten, um den Dreiangel zu flicken, den er sich am Lattenhag aufgezerrt hatte. Doch ihre Gedanken fanden keine Ruhe. Sie weilten beim Vater, der in den Krieg gezogen war. Die Angst bohrte sich tief ins Herz der Mutter. Wann wird er heimkehren ? 

Auch am nächsten Tag erschien er nicht. Und in der folgenden Woche nicht. Die Kinder hatten sich bereits daran gewöhnt, keinen Vater um sich zu haben. Der Mutter stahl sich eine Träne aus den Augen, als der Kleinste eines Abends fragte: "Ist der Vater im Himmel, dass er so lange wegbleibt ? Gelt, dort gibt es nie Krieg - dort möchte ich auch sein!"

Der Tag endete wie alle anderen. Ohne Vater, ohne frohe Mutter, mit Sorgen und mit Tränen. 

Doch am andern Morgen - welch ein Wunder ! - trat der Vater in die Stube. Die Kinderschar umringte ihn sofort. Der Kleinste versuchte am Hosenbein hochzuklettern. Die Mutter umarmte ihren Gatten und weinte in ihrem Glück. Hundert Fragen bestürmten den Heimgekehrten. Er musste erzählen, wie es ihm ergangen in der grossen Welt.

"Ihr wisst, Schaffhausen liegt oberhalb des grossen Wassersturzes am Rhein. Es ist eine herrliche Stadt - mit uns Eidgenossen befreundet. Aber dem österreichischen Ritter Bilgeri von Heudorf gefiel das nicht. Er plagte die Städter. In einem Hohlweg überfielen seine Raubritter den Bürgermeister und schleppten ihn in den Kerker, wo sie ihm die Füsse in den Holzblock schraubten. Erst gegen schweres Lösegeld liessen sie ihn wieder frei.

Ähnliches geschah in der Stadt Mülhausen, weil sie auch mit uns befreundet ist. "Wir können keinen Kuhstall dulden !" verhöhnten österreichische Ritter unsere Kaufleute und stahlen ihnen die Ware. Die Mülhauser riefen uns Eidgenossen zu Hilfe. Unter Adrian von Bubenberg zogen wir achttausend Mann stark ins Elsass, warteten aber vergeblich auf den Feind. Die Ritter, diese Duckmäuser, versteckten sich vor Angst in ihren Burgen. Also griffen wir diese an. Ausgeräuchert haben wir sie wie Wespennester. Nun dürfte die Stadt endlich Ruhe haben vor den Raubrittern.

Fünf Wochen lang belagerten wir auch das Städtchen Waldshut. Wir Berner hätten es am liebsten gestürmt, doch die andern Eidgenossen wollten verhandeln. Herzog Sigmund versprach uns 10'000 Gulden, wenn wir abzögen. Der Handel wurde abgeschlossen."

"Und hat er diese 10'000 Gulden tatsächlich bezahlt ?" wunderte der grössere Bub.

"Ja eben, der Kaiser lebt dauern in Schulden. Er gibt mehr Geld aus, als er bei seinen Untertanen eintreiben kann. In seiner Not wandte er sich an Karl den Kühnen, den reichen Herzog von Burgund. Dem kam die Bitte gelegen. Er lieh ihm nicht zehn-, sondern fünfzigtausend Gulden, heischte aber als Pfand die Städte Waldshut, Laufenburg, Säckingen und Breisach sowie den südlichen Schwarzwald, das Oberelsass und die Grafschaft Pfirt. Und jetzt hört gut: Karl der Kühne hat dem Österreicher Hilfe gegen die "Puren" versprochen, obwohl er kurz vorher auch den Eidgenossen mit Siegel und Unterschrift bestätigt hatte, ihnen in der Not beizustehen. So falsch ist dieser Herr. Aber ich durchschaue seinen Plan. Er will die Pfandlande für immer behalten. Damit ist der Anfang gemacht, seine verzettelten Länderzusammenzufügen zum mächtigen Reich, von dem er schon lange träumt. Peter Hagenbach heisst der Vogt, der die Pfandlande regiert. Ein jähzorniger Tyrann ist das ! Sigmund muss zusehen wie seine Leute zu leiden haben. Gerne würde er sie von der Fuchtel (Degen mit breiter Klinge) Hagenbachs befreien, aber seine Truhen und Taschen sind leer. Der Vertrag mit Karl dem Kühnen reut ihn schon heute.   

Ja, die Zeiten sind unsicherer den je - jeden Tag kann ich wieder zu den Fahnen gerufen werden.

Mit offenem Mund hatten die Buben Ihrem Vater gelauscht. 

Setz Dich Vater ! Trink von der Milch ! Und hier hast du das letzte Stücklein Fleisch aus dem Kamin.

Aber die Kinder bestürmten den Vater weiterhin mit Fragen, so dass er kaum essen konnte. "Vater, schaffen wir doch den Krieg ab, dann wird es besser auf der Welt !" riet schliesslich Meieli, das Töchterchen.

Da wäre ich sofort einverstanden - aber solange es Menschen gibt, die Ländergierig sind und Macht und Ruhm anstreben, wird es immer Kriege geben. Geknechtet sein ist noch schlimmer als Krieg - wählen wir von den beiden Übeln das kleinere !

Die Kinder verstanden nicht was der Vater meinte. Nur die Mutter ahnte, was die nächsten Monate bringen würden. Und sie trug den Kummer still für sich.
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Siegel und Siegelabguss Karls des Kühnen

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Wer ist Karl der Kühne ?

Der Vater hatte einen anstrengenden Tag hinter sich. "Wenn man so lange vom Hof wegbleibt, wuchert das Unkraut im Acker wie der Teufel in einer schwanken Seele", klagt er. Doch der älteste Bub tröstete: "Ich helfe dir morgen wieder, auch wenn die Schwielen schmerzen." Und beide setzten sich auf die hölzerne Bank vor dem Haus. Der Bub wissbegierig wie immer, platzte mit Fragen heraus: "Vater, wehren wir uns, wenn Karl der Kühne auch unseren Acker stehlen will ?"

"Spitz die Ohren, ich werde dir den Mann schildern: Sein Vater, Philipp der Gute hiess er, war sehr traurig, als ihm die ersten zwei Kinder bald nach der Geburt wegstarben. Mächtig freute er sich, als ihm noch ein drittes Kind, ein wackerer Bube, geschenkt wurde. Karl nannte er ihn, und dem Säugling in der Wiege verlieh er bereits den Titel eines Grafen. Als Karl 2 Jahre alt war, wurde er zur Erziehung nach den Niederlanden geschickt. In der Schule lernte er ausgezeichnet, denn er behielt das Gelernte besser als seine Mitschüler. In der freien Zeit schoss er Vögel im Fluge, spielte leidenschaftlich gern Schach, übte sich im Schnelllauf und warf im Ringkampf den Gegner fast immer platt auf den Rücken.

Als Karl achtzehn Jahre alt war, kämpfte er erstmals an einem Turnier mit und zerschlug dem Gegner achtzehn Lanzen, so dass ihm die Damen unter dem Jubel der Zuschauer den Ehrenpreis zuerkannten. Bei Tisch drängten sich alle in seine Nähe, denn er wusste die tollsten Geschichten zu erzählen und unterhielt die Gesellschaft mit Liedern, die er selber gedichtet und vertont hatte, aufs köstlichste. Am liebsten aber zog Karl in den Krieg. Der Vater riet ihm zwar, brav daheim zu bleiben. Aber Karlentgegnete ihm: "Lieber ziehe ich aus mit dem blossen Wams (Kittel), ohne Rüstung und Schwert, als dass ich zu Hause hocke."

Einige Jahre später hatten sich einige Bürger des Städtchens Dinant, in der Nähe von Lüttich (Belgien), erfrecht, über den burgundischen Hof zu spotten. Sie pflanzten das Burgunder Kreuz auf und hängten einen Strohmann daran, der eine Glocke um den Hals trug. Dabei riefen sie: "Hört ihr den Grafen nicht, der euch ruft ? Der König wird ihn hängen lassen, wie ihr seht !"

Nichts ertrug Karl der Kühne schlechter als Spott. Der brachte sein Blut zum Kochen. Sofort zog er mit seinem Heere vor Dinant. Die Ratsherren kamen ihm entgegen und entschuldigten sich: "Auch wir sind nicht einverstanden, dass einige Bürger Euch höhnen. Glaubt ja nicht, dass wir sie schützen wollen ! Alle sind bereits im Turm eingesperrt - Ihr könnt sie richten. Lasst aber, so bitten wir, Euren Zorn nicht an der ganzen Stadt aus ! Alle Bussen, die Ihr uns auferlegt, zahlen wir ohne Murren !" Die Stadt fand beim aufgebrachten Karl keine Gnade. Er begann sie zu beschiessen, dass sie zur Hölle wurde. Peter von Hagenbach führte eine Bombarde (Geschütz) vor das Stadttor und öffnete eine Bresche von sechzig Fuss Breite. Nun stiegen die Soldaten in die Häuser, plünderten, was sie für wertvoll ansahen, und metzelten wehrlose Frauen und Kinder nieder. Achthundert Männer wurden, je zwei aneinandergebunden, wie Mäuse in der Maas (Fluss) ertränkt, andere stürzte man aus dem Fenster oder knüpfte sie erbarmungslos an den Bäumen auf. Während einer folgenden Nacht brach Feuer aus. Nach wenigen Tagen lag Dinant in Schutt und Asche. Diese Tat trug Karl den Namen "der Kühne" ein. Man hätte ihn besser den "Tollkühnen" oder den "Schrecklichen" genannt. 

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Karl der Kühne (Gemälde von R. van der Weyden)  
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Auch die Stadt Lüttich bekam den Wüterich zu spüren. Die reichsten Bürger sperrte Karl ein, und täglich übergab er eine bestimmte Anzahl dem Henker. Jeden Tag steckten die Soldaten nach festgeletem Plan die Häuser in Brand, heute das Rathaus, morgen das Kornhaus, übermorgen das Zeughaus - nur Kirchen und Klöster blieben verschont. Sieben Wochen dauerte das grausame Geschehen, und dann glich Lüttich dem Städchen Dinant. Und dies alles, weil die bedrückte Bürgerschaft geistliche Herren ermordet hatten. 

Die dritte Stadt, die unter Karl, dem Schrecklichen, zu leiden hatte, hiess Nesle. Als der burgundische Herzog anrückte, übergab der Kommandant die Stadt kampflos. Die Truppen rückten ein. Da geschah das Unglück: Einige ergrimmte Bürger versteckten sich mit geladenen Gewehren hinter den Hausecken und schossen den Herold und zwei burgundische Soldaten nieder. Jetzt flackerte der Zorn in Karl auf wie ein Feuer. Er erteilte den Befehl, allen Einwohnern entweder die Hände abzuschlagen, damit keiner mehr ein Gewehr laden könne, oder sie zu erhängen. In der Kirche, in der die Leichen lagen, ritt Karl auf hohem Ross ein. Er besah sich Sattel herab das Blutbad und rief zufrieden aus: "Ein hübscher Anblick ! Wirklich, ich habe gute Metzger bei mir ! "

"Vater, den wird der Teufel einmal holen !" unterbrach der erbleichte Bub.

"Zwei Seelen hat er, dieser Herzog. Er liebt alles Schöne, kann aber furchtbar grausam sein. An seinem Hofe geht es zu wie im Märchen. Alle Zimmer sind mit Gold und Seide ausgeschlagen. Sechzehn Knappen bewachen den Herrscher Tag und Nacht. Nach dem Aufstehen besucht Karl täglich den Gottesdienst. Zum Frühstück spielt die grosse Musikkapelle. Hernach predigt Karl seinem Hofstaat eine Stunde lang von den Pflichten eines Ritters. Abends lässt er sich über das alte Rom zwei Stunden lang vorlesen. Den Armen gibt der Herrscher viel Geld.  

Du siehst - auf der einen Seite ist Karl bestrebt, das Gute und Schöne am Hofe zu fördern; anderseits verübt er Grausamkeiten. Hart wird Karl immer dann, wenn ihm jemand widerspricht. Haben zwei oder drei eine böse Tat vollführt, muss die ganze Stadt dafür büssen !"

Der Bub hatte an diesem Abend nur den Wunsch, dieser unheimliche Herzog möge nie auf die Eidgenossen zornig werden. Das würde wohl das Ende bedeuten. Lange wälzte sich der Bub in seinem Bette hin und her, bis er endlich den Schlaf finden konnte. 

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Bubenstreich des Landvogts

In der Herberge zu Basel sassen am Abend Handwerksburschen am runden Tisch, tranken ihr Schöpplein Roten und plauderten dies und das. Ein Schmied aus dem Elsass fand in dieser Runde die aufmerksamsten Zuhörer, als er erzählte: "Dem Ritter Peter von Hagenbach habe ich Rache geschworen. Seitdem er in unserem Lande regiert, ist Feuer im Dach. Die Steuern treibt er ein, grad wie es ihm gefällt. Muckst sich einer, muss er zehn Tage oder länger auf der Burg Frondienst leisten. Wer sich gegen diesen gewalttätigen Ritter auflehnt, hat sein Leben verwirkt: Ohne Gericht wird er geköpft oder an den Galgen vor der Stadt gehängt."

"Aber der edle Herzog von Burgund lässt solchen Frevel  doch nicht zu. Ich weiss dass er ein hochanständiger Mann ist", entgegnete ihm einer aus der Tischrunde.

"Das ist er, aber er braucht den Peter von Hagenbach, um die Pfandlande im Zügel zu behalten. Deutlich hat Karl gesagt: "Ich dulde keinen Landvogt, der den Nachbarn gefällt, er muss tun was mir lieb ist !"

Nun schob sich ein Kaufmann aus Bern, der eben sein Mahl verzehrt hatte, näher heran und bestätigte: "Auch ich habe den Hagenbach erfahren. Zog ich mit meinem Warenfuder gemächlich gegen Mühlhausen, als mich in einem Hohlweg plötzlich wilde Gesellen überfielen und mir auf den Kopf einschlugen, dass ich bewusstlos zu Boden taumelte. wieder bei Sinnen, fand ich den Wagen leer, die Geldbörse geleert, die Pferde im nahen Eichenwald umherirrend. Ich klagte vor Gericht. Es nützte nichts. Ein Bauer verriet mir, dass solche Überfälle auf eidgenössische Kaufleute immer wieder vorkämen. Ritter Peter von Hagenbach bestrafe die Räuber nicht. Im Gegenteil. Er gewähre ihnen noch Unterschlupf auf der Burg." 

"Und wisst ihr, was er über die Eidgenossen gesagt hat ?" fragte ein Schwyzer Handelsmann, der auch am Tisch sass. Die andern zuckten die Achseln. 

"Ich, Ritter Peter von Hagenbach, werde dem Berner Mutz das Fell schon über die Ohren ziehen !"

"Er soll kommen !" trumpfte ein stämmiger Metzgerbursche auf und krempelte zum Zeichen von Kraft und Übermut die Ärmel zurück. Der Kaufmann aus Bern goss Öl ins Feuer des Gesprächs: "Der Ritter nennt uns Eidgenossen nur Buben und Laffen." 

Plötzlich wurde es still in der Herbergsstube. Das Kerzenlicht flackerte wirr auf den Tischen und warf zitternde Schatten an die Wände. Wer war eingetreten ? Ritter Peter von Hagenbach stand da, als ob die Gaststube ihm gehörte, und setzte sich mit seinen Freunden an einen Tisch. Da und dort stand einer der Gäste auf und verliess lautlos die Stube. Hagenbuch hatte wohl ein Glas über den Durst getrunken, als er wie besessen aufsprang, den erstbesten Kerzenstock ergriff und dem Wirt in den Rücken schleuderte. Der zweite folgte, der dritte, vierte -  bis es stock dunkel war. Jetzt schritt der Ritter hinaus in den Stall, schnitt den Pferden die Halftern durch und trieb die Gäule auf die Gassen, wo sie herrenlos umherirrten. 

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Die mutigen Breisacher

Man schrieb den 6. April 1474. Unwillig öffnete der Torwächter von Breisach die Pforten für Peter Hagenbach und sein Kriegsvolk. 400 Bewaffnete und 100 Trossknechte, zusammen also 500 Pikarden, ritten in die Stadt nördlich von Basel ein. "Ha, eitel Mörder und Bösewicht habe ich, um die Untertanen zu peinigen ! Wer die Steuern nicht bezahlt, erleidet das gleiche Schicksal wie die Bürger von Thann, die ich aus den Betten geholt und vier von ihnen auf verschiedenen Plätzen gehängt habe", murmelte Hagenbach vor sich hin und sah mit hämischer Freude zu, wie seine Soldaten die besten Stuben aussichten und die Familien daraus vertrieben.

Am Ostersonntag zwang Hagenbach den Priester, von der Kanzlei aus zu verkünden: "Alle Breisacher erscheinen am Montag mit Pickeln und Schaufeln, um einen Graben rings um die Stadt auszuheben, damit das Wasser des Rheins umgeleitet werden kann. Wenn die Pauken dröhnen, so versammelt euch auf dem grossen Platz!"

Das schlug dem Fass den Boden aus. Alle erschienen am Ostermontag, aber nicht mit Pickeln und Schaufeln, sondern geharnischt und bewaffnet mit Lanzen und Spiessen. Dabei riefen sie: "Hinaus mit den Welschen ! Fort mit dem Lumpenpack !" Der erschrockene Hagenbach musste nachgeben. Noch in der gleichen Nacht trieben die Breisacher die Soldaten einzeln durch eine Spiessrutengasse zur Stadt hinaus, den verhassten Landvogt aber nahmen sie gefangen, legten ihm Eisenklammern um die Füsse und sperrten ihn in den Turm. "14000 Gulden Lösegeld zahle ich euch, wenn ihr mir die Freiheit schenkt", versprach Hagenbach. Die mutigen Bürger aber traten darauf nicht ein. Sie sandten einen Boten zu Karl dem Kühnen mit der Frage: "Was sollen wir mit Hagenbach anfangen ?"

Der Herzog sprach: "Es tut mir leid, dass mein Vogt so hart umgegangen ist mit euch. Ich will alles wiedergutmachen. Schickt mit Peter von Hagenbach, damit ich mit ihm reden kann !"

Die Breisacher aber spürten, wo der Hase im Pfeffer lag und liessen Hagenbach weiterhin im Turme schmachen.

Dort hörte der Eingesperrte eines Tages von der Gasse herauf den Schlag von schweren Pferdehufen. "Wer ist es wohl ? Schau hinaus !" bat er seinen Bewacher. Dieser lehnte sich zur Mauerluke hinaus und meldete: "Ich sehe nur geschorene Wallache !" Hagenbach erkannte: "Mit mir ist es aus - es sind die Eidgenossen !" 

Am 9. Mai strömten einige tausend Menschen, darunter vierhundert aus Basel, in Breisach zusammen, um dem Gericht über den schlimmen Vogt beizuwohnen. Bleich, Barmherzigkeit bittend, stand der einst gefürchtete Mann vor seinen Richtern, die entschieden: "Hagenbuch büsst seine Schandtat mit dem Tod durch das Schwert !" Um vier Uhr führte der Nachrichter den Verurteilten zum Tor hinaus. Bevor das Schwert niedersauste, bat der Todgeweihte die Umstehenden, sie möchten ihm verzeihen und für seine arme Seele beten. Der Scharfrichter sprach dem Zitternden Trost zu und waltete beim Fackelschein seines Amtes. 

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Bubenberg ist anderer Ansicht

Vornehme Abgesandte traten in den Ratssaal zu Bern ein. Freundlich lächelnd erhoben sich die Räte von den Sitzen. Sie ehrten so die Boten des Königs von Frankreich.

"Abgesandte, Ratsherren ! Wir haben heute Wichtiges zu beraten. Karl der Kühne ist nicht nur ein Feind der Eidgenossen, er hasst auch den König von Frankreich. Ludwig XI. schickt die drei Boten, um von uns zu erfahren, ob wir bereit wären, mit ihm ein Bündnis gegen Burgund einzugehen." So sprach Ritter Niklaus von Diesbach, der Schultheiss von Bern.

"Was verspricht er uns, wenn wir gegen den Herzog den Kampf aufnehmen ?" Wollte der Ratsherr wissen.

"Viel, sehr viel, meine Herren", antwortete Diesbach, "er wird uns mit seinem Heere beschützen, sollten wir angegriffen werden. Alle Orte, Fribourg und Solothurn eingeschlossen, erhalten jedes Jahr eine Pension von 2000 Franken. Das macht die schöne Summe von 20'000 Franken jährlich. Sollte sich der König von Frankreich mit seinen Truppen nicht selber am Kriege beteiligen können, so zahlt er in jenem Jahr 80'000 Franken  dazu^, damit wir den Kampf durchstehen können. Sollte der König in den Krieg verwickelt werden, müssen wir ihm Truppen stellen, die er aber selbst besoldet."

Nun erhob sich Adrian von Bubenberg, der frühere Schultheiss von Bern. Seine blitzenden Augen verrieten, dass er nicht einverstanden war. "Ratsherren ! Ich kenne Karl den Kühnen, weil ich einst an seinem Hofe als Knappe gedient habe. Er sucht keinen Streit mit uns. Er denkt gut von uns. Ich verstehe, dass Bern als aufstrebende Stadt noch mächtiger sein möchte. Aber von einem rat ich euch ab: Mischt euch nicht in den Händel der grossen Herren ! Ihr könntet euch dabei die Finger verbrennen."

Diesbach erwiderte: "Wenn uns der König von Frankreich beisteht, kann uns nichts geschehen. Wer weiss, ob der Herzog von Burgund sein Reich nicht bis zum Mittelmeer ausdehnen will. Da braucht er die Eidgenossenschaft als Brücke. Und nebenbei sei gesagt, das Geld wird uns nicht mehr so leicht in die Kassen fliessen." "Geld ist für mich weniger wert als die Ehre, ein freier Berner zu sein, der mit dem Nachbar in Frieden leben will. Ich weiss", und damit deutete er auf Diesbach, "dass Ihr vom französischen König in den letzten Jahren viele Geschenke angenommen habt. Gold macht blind." Mit fester Stimme fuhr der Bubenberger fort: Meine Ratsherren, lasst ab vom Bündnis mit Frankreich, es wird euch gereuen ! Sollen wir Berner bluten, weil der König uns Eidgenossen aufhetzen will, Karl den Kühnen zu schlagen ? sollen wir unsere Kraft und Ehre verkaufen ? Nein - und nochmals nein !" 

Aber Adrian von Bubenberg drang nicht durch. Geblendet vom angebotenen Gold und Silber, beschlossen die Ratsherren am 17. September 1474, dem Bündnis mit Frankreich zuzustimmen. Diesbach brachte es sogar fertig, Adrian von Bubenberg aus dem Rat und Stadt zu verbannen.

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Die "ewige Richtung"
Der König von Frankreich vermittelte auch zwischen den Eidgenossen und Österreich. In Feldkirch wurde beraten, wie man bei einem Kriege gegen Burgund einander beistehen könnte. Die Eidgenossen versprachen Hilfe; als Gegenleistung verzichtete Österreich auf alle Länder, die sich vom Reiche gelöst und selbständig gemacht hatten. Der Vertrag, die sogenannte "ewige Richtung", wurde in Luzern gesiegelt. Damit stand nun Karl der Kühne allein gegen Frankreich, Österreich und die Eidgenossenschaft. Mutig erklärten die Berner im Namen der Eidgenossenschaft dem Herzog in einem Brief den Krieg. Zwei Tage später zogen sie zusammen mit Österreich 18'000 Mann stark nach Héricourt und schlugen dort die burgundischen Truppen.
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Karl der Kühne vor Neuss

Seit Tagen belagerte das burgundische Heer die Stadt Neuss, die sich tapfer verteidigte. Karl der Kühne entdeckte von seinem seidenen Zelte aus, wie der nach der Stadt geschickte Unterhändler herritt, vom Pferde stieg und mit einer höfischen Verneigung beim Zelteingange stehenblieb. 

"Sprich, du wirst mir gute Nachricht haben ! Ergeben sich die Bürger von Neuss ?" Fragte der Herzog.

Zögernd begann der Bote zu sprechen: "Erlauchter Herzog - Eure Bitte - trug ich - am Stadttor vor. Nach längerem Warten erlaubte man mir einzutreten. Im Zollhause verbanden mir die Wächter die Augen und führten mich aufs Rathaus. Dort wollte ich Eure bitte vortragen, wurde aber mit der bündigen Antwort abgefertigt: "Sag dem Herzog, er möge sich den heutigen Tag notieren ! Genau ein Jahr später werden wir ihm Antwort geben." Mit verbundenen Augen tappte ich, von den Wächtern geführt, dem Stadttor zu, wo sie mich unter höhnischem Gelächter entliessen." 

Karl der Kühne errötete vor Zorn. Nichts ärgerte ihn mehr, als wenn ihm jemand zu trotzen wagte oder sich gar lustig machte über ihn. 

Wenige Tage später traf ein Bote aus der Eidgenossenschaft ein, löste aus dem Stabe das eingeklemmte Pergament und übergab es dem Herzog. Als Karl der Kühne das Siegel entdeckte, rief er knirschend aus: Bernä... Bernä...! 

Dann entfaltete er den Brief und las: 

"Dem durchlauchtesten, hochgeborenen Fürsten und Herrn Karl, Herzog zu Burgund, oder seinen Statthaltern und Anwälten, entbieten wir, die Bürgermeister, Schultheissen, Ammänner, Räte und alle Gemeinden von Bern, Zürich, Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden, Zug und Glarus, dazu beide Städte Fribourg und Solothurn, dass wir auf Mahnung des allerdurchlauchtesten, unüberwindlichen, hochmächtigsten Herrn Friedrich, unseres römischen Kaisers und auch des durchlauchtesten Herrn Sigmund, des Erzherzogs zu Österreich und anderen Fürsten, Euch und all den Euren unsere offene Feindschaft ansagen. Was diese Feindschaft gegen Euch bringen wird, Raub, Totschlag, Mord, Brand, Angriffe und Beschädigungen, Tag und Nacht durch uns, soll unsere Ehre bewahren. In Luzern ist dieser Brief gesiegelt worden. Das Siegel verbindet uns alle. Gegeben am Zinstag vor Simon und Judäa MCDLXXIV." 

Mit geballter Faust rief der Herzog aus: "Diese Absage habe ich erwartet. Diesbach hat es fertiggebracht, die Eidgenossen zu meinen Feinden zu machen. Österreichs und Frankreichs Sinn ist klar: Sie schicken die tapferen Eidgenossen gegen mich, um sich selber zu schonen, weil ihnen im Grunde genommen beide, Burgunder und Schweizer, zu mächtig geworden sind." Den Boten entliess er mit der Drohung: "Sagt daheim, dass ich die ganze Eidgenossenschaft zum Rossstall machen und die Eidgenossen wie Ungeziefer vertilgen werde !"

Sofort gab der Herzog Befehl, sich für den Kampf zu rüsten, um gegen das kleine Land, das sich erfrecht hatte, ihm den Krieg anzusagen, vorzugehen.

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Diesbach ist tot !

Käuchend stieg ein Bote die letzten Stufen der Ratshaustreppe zu Bern hinauf und meldete: "Hört, was geschehen ist: Diesbach ist tot ! Unser Schultheiss kann uns nicht mehr gegen die Burgunder führen, allein stehen wir da !"

Die Ratsherren forschten weiter: "Wie ist das geschehen ? Erzähle !"

"Vor der Stadt Blamont, die vergeblich belagert wurde, schlug ein Pferd aus und traf unseren Schultheiss am Bein. Die Wunde schien zuerst nicht schlimm zu sein. Doch stellte sich das Fieber ein, das dem Verletzten die ganze Kraft raubte. Man trug Diesbach nach Pruntrut, wo der Arzt des Bischofs von Basel sich um den Kranken bemühte. Vergeblich - nach drei Tagen gab der Sterbende die Seele seinem Schöpfer zurück."

Traurig tönten einige Tage später die Glocken vom Münsterturm in die Stadt hinunter, als sich der Wagen mit der Leiche des Schultheissen durch die Gassen bewegte. "Was nun ?" fragten sich ernst die Berner. "Jetzt, da Karl mit seinem mächtigen Heere gegen uns zieht, stehen wir ohne Schultheissen da."

Vielleicht ist es gut, dass er sterben konnte. So hat er nicht erfahren müssen, dass sein grosser Freund, der König von Frankreich, sich mit Karl dem Kühnen ausgesöhnt hat. Und nicht nur er hat uns im Stiche gelassen, auch Herzog Sigmund von Österreich hat mit dem Burgunder Frieden geschlossen. Sie beide hetzten uns Eidgenossen in den Krieg. Sobald wir ihn angesagt hatten, war ihr Ziel erreicht. Und nun müssen wir bluten, denn Karl ist gewillt, uns alle zu vertilgen wie Ungeziefer - Gott stehe uns bei !" So redeten die Berner. 

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Die Eidgenossen sorgen vor
Die Eidgenossen warteten nicht daheim auf die Burgunder. Innert wenigen Monaten eroberten sie das Vorland, damit der Krieg von der eigenen Heimat fernblieb. Im Herbst 1475 besetzten sie das Städtchen Grandson. Innert 3 Wochen bezwangen sie 16 Städte und 43 Schlösser. Im Oktober ergab sich Murten. Die Leute von Avenches kamen auf dem Wege entgegen und übergaben die Stadt kampflos. Die Räte von Payerne trugen die Torschlüssel vor der Stadt an. Die Bürger von Steffisburg (Estavayer) wehrten sich bis zum letzten, wurden aber verraten. Von 1300 Einwohnern kamen 1000 ums Leben. Als die überlebenden Mütter und Kinder ihre toten Väter in die Kirche trugen und weinend für die Seelen der Verstorbenen beteten, erbarmten sich ihrer etliche Eidgenossen. Wenn es später im Kriege nicht gut ginge, erinnerten sie sich dieser Tat: "Da rächt sich der böse Tag von Steffis !" 
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Karl der Kühne bricht auf 
Der Herzog versammelte bei Nancy seine Anführer um sich und sprach: "Eben hat mir ein Bote gemeldet, dass die Eidgenossen in der Gegend von Basel Befestigungen errichten. Lassen wir sie im falschen Glauben ! Ich greife durch die Westschweiz an. Dort erobere ich zunächst alle Städte und Burgen, die der Herzogin von Savoyen abgenommen wurden, Grandson, Stäffis, murten und wie sie alle heissen. Eine Kleinigkeit für unser Heer von 35000 Mann ! Von euch verlange ich den Mut eines Heerführers. Ohne Zweifel werden uns die Eidgenossen gleich an der Grenze die Schlacht anbieten. Wichtig ist, dass ihr die Bauern im ersten Gefecht schon besiegt. Denn die kleinste Schlappe entmutigt sie; sie laufen davon wie Hühner vor dem Fuchs und geben sich sofort verloren.
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Sturm auf Grandson

Am 19. Februar 1476 schlug Karl der Kühne vor Grandson sein Lager auf. In der Mitte stellten die Knappen das seidene Zelt des Herzogs auf und steckten die Wimpel auf den First. Rundherum wuchsen die über 400 Zelte der Anführer und der Kriegsknechte wie Pilze aus dem Boden. 3000 Krambundfrauen stellten ihre Läden auf und begannen die Käufer anzulocken. Bald dröhnten aus den Trinkstuben aus rauhen Kehlen falsch gesungene Lieder. Dazwischen vernahm man das Kichern der Frauen, die dunkelroten Burgunderwein in die Zinnbecher gossen. In den zwölf Mühlen trotteten ausgediente Reitpferde stur im Kreise herum und trieben die Mühlsteine, die für die Lagerbäckerei Korn zu Mehl mahlten. Im Schlachtzelt stachen rauhe Burschen die gestohlenen Schweine, zerstückten sie und legten die Hammel und Lenden, die Füsschen und Rippenstücke auf die Bank. Die Frauen der Essstuben kauften sich die schönsten Stücke, der Rest wurde in die grosse Lagerküche abgeschoben. Hinter der Taverne zur "Burgunderlilie" fröhnten die Schreiber und Hofangestellten dem Kugelspiel. Ein Mohr, braun wie genetzte Erde, versorgte die fröhliche Gesellschaft mit Schinken und Bier. In den Gassen der Zeltstadt und auf den Plätzen bummelten die Kriegsknechte und rühmten die herrliche Landschaft am Neuenburgersee. Vor der Wagenburg, die das grosse Heerlager umzäumte, gingen die Wachen auf und ab und spähten nach Feinden aus.

In den ersten Tagen befahl Karl der Kühne einen Sturm auf das Städtchen Grandson. 200 Burgunder büssten dabei ihr Leben ein. Aber schon tags darauf drang ein Trupp in die Stadt ein, und die 500 Verteidiger mussten sich in das Schloss zurückziehen. "Seht ihr", sprach Karl, "wie leicht man die Eidgenossen bodigt. Bevor wir zum Sturm auf das Schloss ansetzen, schiessen wir den Turm in Staub !" Kanonen fuhren in Stellung. Bald prasselten die Kugeln aufs Mauerwerk, aber es hielt stand. Dennoch wuchs die Not der Besatzung. Brot und Fleisch wurde rar, denn kein Schiffsführer wagte mehr, von der Seeseite her den Eingeschlossenen Hilfe zu bringen. Drei der letzten Pulverfässer flogen in die Luft. Zu allem Unglück wagte sich der tüchtigste Büchsenmeister aus Bern bei der Burgzinne zu weit vor, so dass eine burgundische Kugel sein Haupt traf.

In der Nacht seilten sich zwei Eidgenossen an der Mauer heimlich ab, schlichen sich unbemerkt zwischen allen burgundischen Wachen durch und erreichten im Eilmarsch Murten, wo sie die schlimme Lage der Besatzung von Grandson schilderten: "Zu essen haben wir nur noch für zwei Tage. Ungemahlenes Korn ist die einzige Nahrung. Wasser fehlt. Karl der Kühne wartet bis wir ausgehungert sind. Schickt uns sofort Hilfe !"

In diesen Tagen näherte sich den Mauern Grandsons ein Mann namens Rondchamps. Der verstand die deutsche Sprache und verlangte, mit den Eidgenossen zu sprechen. "Ich bin euer Freund", begann er, "ich meine es gut mit euch. Karl der Kühne hat Freiburg erobert und alles niedergemacht. Nun marschiert er bereits gegen Bern und Solothurn, wo den Bürgern ein ähnliches Schicksal bevorsteht. Die Eidgenossen sind unter sich uneins; an Hilfe ist nicht zu denken. Ergebt euch, und ich will beim Herzog ein gutes Wort einlegen, könnt mir's glauben."

Anderntags erschien Rondchamps wieder und bestätigte: "Karl der Kühne lässt euch frei aus dem Schlosse ziehen, wenn ihr euch ergebt."

Darauf hielt die Besatzung Rat. Die einen wollten dem Manne nicht trauen und schwuren: "Hier auf dem Schloss wollen wir sterben oder genesen !"  Doch Hauptmann Wyler wandte ein: "Unter den versprochenen Bedingungen wäre eine Übergabe nicht unehrenhaft."

Der Freiburger Hauptmann wiedersprach: "Ich kenne diese falschen Welschen gut genug. Kein Wort ist ihnen zu glauben !" Wyler verlangte das Wort: "Was ich bis heute verschwiegen habe, muss ich euch jetzt preisgeben: Vier der Unserigen sind letzte Nacht zum Feinde übergelaufen. Bestimmt haben sie ihm berichtet, wie schlimm es um uns steht. Sicher weiss Karl der Kühne, dass er nur noch wenige Tage warten muss, bis der Turm ihm wie ein reifer Apfel in den Schoss fällt." Die Umstehenden sahen einander entsetzt an; der Verrat der eigenen Leute lähmte ihren Mut zum Durchhalten, und sie stimmten der Übergabe zu. Sie sammelten ihre letzten Batzen und übergaben dem Unterhändler Rondchamps, der ihnen so "gut" gesinnt war, hundert Gulden als Trinkgeld.

Am Aschermittwochmorgen öffneten die eidgenossen das Tor. Durch das Spalier von zwei burgundischen Reihen schritten sie aus der Burg, wurden aber gleich mit einem Hohngelächter überschüttet: "Da sind die, denen der Schnauf ausgegangen ist!" Dann zerrten die Burgunder den Mannen die Waffen aus den Händen und führten die Besatzung zum Zelt des Herzogs. Dort trat Hauptmann Wyler hervor und beklagte sich :"Ich bin empört, dass man uns verspottet, hat man uns doch freien Abzug gesichert !" 

Karl der Kühne fragt seine Umstehenden ganz erstaunt: "Was sind das für Leute ?" Sofort trat Rondchamps vor seinen Herzog hin und klärte ihn auf: "Gnädiger Herr, es ist die Besatzung von Grandson, die sich heute morgen auf Gnade oder Ungnade ergeben hat. Ihr könnt frei entscheiden, was Ihr mit ihnen anfangen wollt !"

"Rondchamps lügt, freies Geleit hat er uns versprochen !" begehrten die Eidgenossen auf. Doch Karl der Kühne glaubte seinem Rondchamps und gebot, Gericht zu halten. Das Urteil wurde sofort gefällt und lautete: Tod für alle ! Ohne zu klagen gingen die 412 Betrogenen in den Tod.

Welch schauerliches Bild, als die Leichname zwischen Stadt und Lager an den Nussbäumen hingen ! Rauhe Gesellen fuhren die noch Lebenden in den See hinaus, banden sie an lange Stricke zusammen und schwemmten sie so lange, bis der letzte ertrunken war. 

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"Und jetzt rücken wir gegen die Eidgenossen vor - die Plage schaffe ich mir nun endgültig vom Halse" schwor der Herzog. 

Zwei Tage nur hätten die Eidgenossen zu Grandson noch ausharren müssen, um gerettet zu werden. Bereits hatte sich das eidgenössische Heer in Neuenburg gesammelt und befanden sich auf dem Vormarsch gegen Grandson.

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Die Schlacht bei Grandson

Am Morgen des 2. März 1476 weckten Trompeten- und Hornstösse die Burgunder. Das war das Zeichen zum Aufbruch. Die Ritter stiegen auf die Pferde, die Schützen eilten zu ihren Fähnchen. Karl der Kühne richtete folgende Worte an seine Truppe: "Edle Kämpfer ! Die Späher haben uns gemeldet, dass die Eidgenossen von Neuenburg her anrücken. Endlich ist der Tag da, an dem wir die Bauern vertilgen wie die Besatzung von Grandson. Zuerst schlagen wir sie vernichtend, dann rücken wir gegen Bern vor. Teilen wollen wir unter uns ihre Städte, Dörfer, Höfe; die Daheimgebliebenen seien unsere Untertanen !" Hernach ritt der Herzog auf seinem gepanzerten Pferde näher an die Truppe heran und befahl: "Ordnet euch ! Dann stürmt gegen die Bauern los ! Bei Sankt Georg - zeigen wollen wir ihnen wer wir sind!" 

Nun marschierte das stolze Heer, in Vorhut, Mitteltreffen und Nachhut geteilt, aus dem Lager. Plötzlich donnerten von der bewaldeten Anhöhe herunter einige Schüsse. Kein Zweifel - das war eidgenössisches Blei ! Der Herzog befahl: "Treibt die Schützen zurück !" Aber gegen die anstürmenden Schwyzer richteten die Burgunder nichts aus. 

Unterdessen waren im Lager der Eidgenossen auch die Berner eingetroffen. " Wir müssen die Ankunft des Hauptharstes abwarten !" rieten die Anführer der Vorhut. Doch der Rachedurst der Berner war nicht zu stillen: "Nein, vorwärts ! Ohne alle Furcht !" Erscholl es durch ihre Reihen. 

Durch Äcker und Rebberge stampften sie mutig den Berg hinab. Die burgundische Reiterei trabte auf beiden Flanken heran. "Nieder zum Gebet !" geboten die Anführer der Eidgenossen. Die Männer steckten Banner und Spiess in den Boden, fielen auf die Knie und flehten Gott um Hilfe an. Lautes Hohngelächter tönte aus dem Lager der Burgunder herüber: "Seht sie haben Angst, die lumpigen Bauern ! "

Nun erhoben sich die Eidgenossen, ordneten die dreissig Banner in der Mitte des Vierecks, umgaben sie mit den Halbartenträgern, und aussen reihten sich die Mannen mit den Spiessen an. Wie ein Igel schob sich die eidgenössische Vorhut an die Burgunder heran.

Zwischen neun und zehn Uhr war's, als aus einem Geschütz der Burgunder die erste Kugel einschlug und gleich zehn Mann wegraffte. Das Feuer wurde aus den Büchsen der Berner erwidert. Karl der Kühne rückte mit seinem Heer, das er in Form eines Dreiecks aufgestellt hatte, gegen die Eidgenossen an. 

Er zu Pferd an der Spitze. Die Berner wehrten den ersten Anprall ab. Der Herzog kam unverwundet davon, während sein Pferd, von einem Spiess getroffen, weggeführt werden musste. Da der Igel der Schweizer standhielt, entschloss sich Karl der Kühne, ihn weiter in die Ebene zu locken, damit die Kämpfer zu Pferd gegenüber den Fusstruppen der Eidgenossen im Vorteil lägen. Er rief: "Zieht euch kämpfend zurück !" Als die hinteren Schlachtreihen diese Rückwärtsbewegung gewahrten, glaubten sie, die Vorhut sei geschlagen, und sie schrien: "Sauve qui peut! " (Rette sich wer kann). Alle stürmten nun rückwärts. Die burgundischen Anführer hieben mit den Schwertern auf die fliehenden ein, um die Heermacht in der Ebene zum Stehen zu bringen. Vergeblich.

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Der Herzog versuchte, wenigstens die Vorhut zum Stehen zu bringen. In diesem Augenblick erscholl vom Berg herab das Horn von Uri, dazu das Harsthorn der Luzerner, und in der Sonne glänzten die Spiesse der Hauptmacht.

"Sind das Eidgenossen ?" fragte Karl seine Nächsten. "Ja, durchlauchter Herzog", lautete bündig die Antwort der Ritter. Der Herzog erbleichte und begann zu zweifeln: "Wie sollen wir der vereinten Macht die Stirne bieten, wenn uns die Vorhut schon derart zu schaffen gegeben hat ?" Und doch kämpfte er weiter. Aber umsonst. 

Die Eidgenossen drangen ungestüm vor, ungeordnet, zuschlagend, wo es nötig war, mit gesenkten Spiessen, geschwungenen Halbarten, unter dem Lärm der Trommeln und dem Gebrüll der Hörner.

Die Burgunder wichen auf der ganzen Linie zurück. Im Gewirr der Schlacht wurde Karls Pferd getroffen und sank unter ihm in den Staub. Der Herzog schwang sich behende auf ein anderes und flüchtete ins Lager von Grandson. 

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Aber niemand war mehr da. Seine Leute schienen über alle Berge geflohen, und die Eidgenossen rückten bereits gegen die Wagenburg vor. Verwirrt stand der stolze Heerführer, von der Leibwache geschützt, vor seinem Zelte und glaubte sich elendiglich verraten. In diesem Augenblick stürmten die ersten Eidgenossen ins Lager ein. Karl schwang sich in den Sattel, gab dem Pferd die Sporen und ritt davon. 

Als die Eidgenossen erkannten, dass der Kampf gewonnen war, knieten sie nieder und dankten Gott. Der Hauptmann der Berner, Niklaus von Scharnachtal, schlug die Tapfersten zu Ritter.

Das geschlagene Heer der Burgunder wurde nicht verfolgt. Jenen, die sich im Schloss Grandson versteckt hielten, gewährte man Gnade. Doch als die Eidgenossen vor den Toren die Leichen an den Bäumen hängen sah, zehn bis zwanzig am gleichen Ast, Vater und Sohn, Verwandte und Freunde nebeneinander, da weinten sie. Das traurige Schicksal der Besatzung von Grandson empörte sie derart, dass den achtzehn versteckten Burgundern das gleiche beschieden war. Sie baumelten bald an den gleichen Ästen. 

Die Leichen der Eigenen nahm man ab und trug sie in Prozessionen zum Barfüsserkloster, wo sie in einer grossen Grube beigesetzt wurden.

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Die Beute von Grandson

Die Märzsonne strahlten auf die verlassenen Zelte des burgundischen Lagers. Ein leichter Frühlingswind fächelte um die buntfarbigen Wimpel. Leer die Trinkstuben, öde die Spielplätze ! In den Läden der Marketenderinnen (Wirtsfrauen, Händlerinnen im Lager) kein Kunde. Die Burgunder geflohen über alle Berge.

"Alles Gut wird zusammengetragen und gerecht verteilt !" befahlen die Beutemeister der Eidgenossen.

Auf dem Platz stellten die Kriegsknechte die Geschütze in Reih und Glied:

419 Kanonen, darunter die sogenannte Orgelstube mit drei Rohren, 800 Hackenbüchsen, dazu 300 Fässer Schiesspulver. Daneben lagen 573 Fahnen und 27 grosse, farbenprächtige Hauptbanner. Hier stapelten sie die 4000 Streitkolben, deren Hammer gross genug war, um damit einen Ochsen zu erschlagen. In den 400 Zelten fanden sie Tröge voll Geld, 3000 Säcke Hafer für die 10'000 Pferde, 2000 Fässer voll Heringe für die Freitage der Fastenzeit, daneben Wein, Fleisch und Brot in Hülle und Fülle.

Die Anführer der Eidgenossen traten ins Zelt des Herzogs ein. Welch eine Pracht: Das Innere war mit rotem Samt ausgeschlagen. An den Wänden hingen gewobene Bilder, die aus der ruhmreichen Römerzeit erzählten. Auf einem andern Wandteppich prangte das aus Gold- und Silberfäden gewirkte burgundische Wappen mit dem flammensprühenden Feuerstrahl und dem Wahlspruch "Je lay emprins" (Ich hab's gewagt). In den Truhen lagen die kostbaren Gewänder des Herzogs. Beim goldenen Stuhl blinkte das Prunkschwert, dessen Scheide mit funkelnden Edelsteinen und Perlen besetzt war. "Schaut her, was soll das sein ?" rief ein Berner den andern zu, während er ein Goldkästchen öffnete. Er entnahm ihm ein Stück Holz, einen Dorn, eine Lanzenspitze und zwei Lappen vergilbtes Tuch. Sie alle wussten nicht, dass es sich dabei um ein Stück des Kreuzes, der Dornenkrone und jener Lanze, mit der dem Heiland die Seite geöffnet worden war, ein Stück vom Gewand des Erlösers und einen Rest vom Tischtuch des Abendmahles handelte. Da lag der Rosenkranz aus lauter Edelsteinen, dort das in roten Samt gebundene Gebetbuch, mit Goldbeschlägen verziert und mit prächtigen Malereien ausgestattet.

"Das Evangelium in rotem Sammet, statt im Herzen ! Besser wäre gewesen, der Herzog hätte mehr christliche taten vollbracht !" höhnte ein Schwyzer. Schallendes Gelächter ! Ein Urner Hauptmann hatte sich Karls Hut auf den Kopf gesetzt, ein rundes, hohes Ding aus gelbem Samt, mit Perlen, Rubinen und Diamanten übersät, zuoberst ein Kranz Edelsteine, in Gold gefasst. "Nicht einmal die Modenärrinnen der Stadt würden mit ihm umherspazieren. So ein Turm von einem Kopfschutz ! Gut genug für eine Vogelscheuche !" lachten die Umstehenden. Wertvoller fanden die Bauern das pfundschwere goldene Siegel des Hauses Burgund, die Monstranz und die Kelche der Privatkapelle.

Ein Kriegsknecht hob vom Boden ein Kästchen auf, öffnete es und fasste das Stück Glas, das darin lag, drehte es in seiner Hand um und warf es wieder weg. "Mein Bub könnte Freude haben an der durchsichtigen Kugel, weil die Sonne so hübsch drin glitzert", murmelte er vor sich hin und steckte den Fund in den Sack. Er wusste nicht, dass dieses baumnussgrosse "Glas" der wertvollste Diamant der damaligen Welt war. Nach drei Tagen war die Beute verteilt, und reich für ein Leben lang zog man heim in die Berge.

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Hut Karls des Kühnen  
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Karl der Kühne hat neue Pläne

Oberhalb der Stadt Lausanne sass Karl der Kühne in seinem Zelt. Ihn freuten die warmen Frühlingstage wenig. Niedergeschlagen, griesgrämig lebte er dahin und hatte sich in seinem Groll einen Bart wachsen lassen. Ein Page schlug den Vorhang des Zelteinganges zurück, durch den der Feldmeister trat, der sich höfisch verneigte und meldete: "Durchlauchter Herzog, heute sind die neuen Geschütze aus Burgund eingetroffen, 43 an der Zahl. Das grösste muss von 66 Pferden über den Jura gezogen werden." Zufrieden strich sich Karl den Bart und prophezeite: "Mit ihnen werden wir den Eidgenossen heiss machen. Weist den Gewehrschützen die Zelte an und setzt ihnen ein Sonntagsessen vor !"  

"Zu Euren Diensten, gnädiger Herr !"

"Halt, noch eine Frage: Ich habe aus den Niederlanden jeden sechsten Mann aufbieten lassen. Sind die Leute schon eingetroffen ?"

"Durchlauchter Herzog ! Aus Eurem Untertanenland melden sich täglich neue Soldaten. Dazu Kriegsknechte aus England, Rom, Mailand, Venedig aus deutschen und welschen Landen."

"Und wie steht es mit dem Geld für den Sold meiner Soldaten ?"

"Bis heute ist erst ein Wagen aus Niederburgund hier angekommen mit achthundert Pfund lötigen Goldes in Münzen." 

"Gut die andern Goldfuhren werden unterwegs sein."

Mit jedem Tag wuchs der Mut des Herzogs, die Scharte von Grandson auszuwetzen. Freunde meinten zwar: "Grausame Wölfe sind es - ein ungezähmtes, unüberwindliches Volk ! Ein Krieg gegen die Eidgenossen bringt uns keinen Gewinn!" Entsetzt starrte Karl diese Zweifler an und warf ihnen vor: "Angst habt ihr - Hasenfüsse seid ihr ! Was ich befehle, ist richtig. Ausrotten will ich diese elenden Viehbauern und Bern dem Erdboden gleichmachen. In zwanzig Tagen ist alles vorbei!" "Unsere Späher melden, dass an der Tagsatzung in Luzern beschlossen worden sei, keine Gefangenen zu machen und keine Feinde zu schonen, Knappen und Priester ausgenommen !" warfen die Angeredeten ein.     

Doch Karl gab seinen Beschluss nicht auf, musterte jeden Tag seine Truppen und setzte den Abmarsch auf den 25. Mai an.

In den Lagern diskutierten die Söldner: "Karl der Kühne kümmert sich zu viel um Kleinigkeiten. Beim Vormarsch schlägt er jene mit dem Stock, die aus der Reihe treten. Dabei verliert er den Blick aufs Ganze. Kein Wunder, wenn ein solcher Feldherr seine Schlacht verliert." Alle waren gleicher Meinung: "Der Herzog will alles besser wissen, niemand darf ihm raten. Diesen Eigensinn zahlen wir mit unserem Blut."

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Wer verteidigt Murten ?

Im Ratsaal zu Bern erhob sich der Schultheiss und gab bekannt: "Auf Grund der Beratungen fassen wir folgende Beschlüsse:

1. Murten wird mit 1500 Mann verstärkt.

2. Jede Familie, jeder Ort, jede Zunft hat eine bestimmte Anzahl Leute zu entsenden.

3. An alle eidgenössischen Orte wird eine Mahnung geschickt, sich bereitzuhalten und auf den ersten Hilferuf sofort anzurücken. 

Nur eine Frage bleibt offen: Wer soll Murten verteidigen ? Schlagt tüchtige Anführer vor, die nach eurer Meinung berufen sind, dieses schwere Amt zu übernehmen !"

Zuerst herrschte Stille im Saal. Dann erhob sich einer und sprach: "Die Zunft zum roten Löwen hat Adrian von Bubenberg abgeordnet. Wir alle kennen ihn. Unrecht fügten wir ihm zu, indem wir ihn seinerzeit aus dem Rate gestossen hatten. Wenn er das Amt des Verteidigers von Murten Annimmt, so dürfen wir ihm voll vertrauen !"

"Bürdet er sich dieses Amt auf", fuhr der Schultheiss fort, "beweist er, dass er ein ganzer Eidgenosse ist, ein Berner von altem Schrot und Korn. Er stand vor sechs Jahren für Karl den Kühnen ein, ob er jetzt gegen ihn kämpfen wird ?"

Adrian von Bubenberg war Mann genug zu verzeihen und übernahm die Verteidigung Murtens.

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Murten wird belagert

Am Sonntag nach Pfingsten, es war der 10. Juni 1476, erspähten die Verteidiger Murtens von den Zinnen aus die ersten Burgunder. Gegen Abend standen viele Zelte auf der Anhöhe "Bodenmünsi". Die letzten Fuhren mit Pulver, Kugeln, Mehl, Fleisch und Erin langten an; für vier Wochen sollte der Vorrat reichen. Sofort riegelten die Burgunder die Stadt auf allen Seiten ab und sandten einen Boten zu Adrian von Bubenberg mit der Forderung: "Gebt Murten preis, sonst ergeht es euch schlimm!" Doch der Verteidiger schickte ihn mit der Antwort heim: "Ihr habt in Grandson Euer Wort gebrochen. Eure Müh' ist für die Katz', wir trauen Euch nicht."

Am andern Tag begann das Feuer auf die Stadt. aus den Schlünden der Geschütze sausten die Kugeln gegen die Mauer. Bei jedem Volltreffer jubelten die Burgunder, von denen einer auf einen Zettel die höhnischen Worte schrieb:

"Gebt Stadt und Schloss auf ! Ihr könnt euch nicht halten ! Alle Hämmer der Welt vermögen nicht genug Geld zu schlagen, euch damit zu erlösen.

Bald kommen wir in die Stadt und werden Euch fangen, töten und an der Gurgel aufhängen."

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Doch die Eidgenossen verzweifelten nicht. Was am Tag an Mauerwerk zusammengeschossen wurde, verrammelten Männer und Frauen des Nachts wieder. 

Die Burgunder schaufelten sich in mannshohen Laufgräben langsam gegen die Mauern heran. Seit dem Morgen schossen die Büchsen doppelt soviel wie tags zuvor. Abends zwischen sechs und sieben Uhr befahl Karl den Sturm. In dichten Haufen, mit Sturmleitern, Äxten, Streitkolben und Schilden stürmten die Welschen mit dem Rufe "Stadt gewonnen ! Stadt gewonnen !" gegen die arg zerschossenen Mauern und versuchten sie zu übersteigen. Aber Bubenberg mit seinen Tapferen empfing die Angreifer mit einem Bleihagel. Einigen Stürmenden gelang es, bis zum Wehrgang hochzuklettern. Doch alle wurden in den Graben gestossen, wo sie auf die Fussangeln (In der Erde vergrabene scharfe Spitzen) fielen und liegen blieben. Sechsmal wichen die Burgunder zurück, aber jedesmal setzten sie, von den Anführern getrieben, zu neuem Sturm an. Erst in der Nacht legte sich der Kampf.

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In der Stadt Murten glaubte niemand mehr an Hilfe. Manch einer bereitete sich im stillen auf das Schicksal jener von Grandson vor. Bubenberg bemerkte wohl, dass der eine oder andere den Mut sinken liess. Er rief darum alle seine Leute zusammen, trat entschlossen in den Kreis und redete offen über das, was er beobachtet hatte: "Furcht führt zum Untergang ! Ihr habt den Eid geschworen, Murten zu verteidigen und bis zum letzten auszuharren. Ich befehle euch, jeden auf der Stelle niederzustechen, der sich ergeben will. Auch wenn ein Ratsherr zaghaft wird, soll ihn das gleiche Schicksal treffen."

Still und gestärkt zogen die Mannen auf ihre Posten.

Zehn Tage und Nächte hatte die Belagerung schon gedauert, als Bubenberg auf ein Pergament die folgenden drei Sätze schrieb:

Bringt uns bald Hilfe, sonst erliegt die Besatzung dem strengen Dienst ! Mit Gottes Hilfe wollen wir uns tapfer wehren und Murten halten. Solange ein Adler in uns lebt, gibt keiner nach ! Adrian von Bubenberg

Er übergab den Brief einem schlauen Boten: "Schleiche in der Nacht über die Mauer und bringe den Bericht dem Rat zu Bern !" 

Hilfe war dringend notwendig, denn nun versuchten die Burgunder, Laufgänge unter die Stadtmauer zu graben, um unterirdisch in die Stadt zu gelangen. Einige Keller waren schon erreicht, und es fanden die ersten Nahkämpfe statt.

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Unter den Lauben Berns

Wieder öffnete der Wächter das Stadttor, wieder zog ein Trupp Eidgenossen, vom Venner (Fähnrich) mit dem Banner angeführt, in die Stadt Bern ein. Unter den Lauben der Häuserreihen setzten sich die müden Krieger an die Tische, wo ihnen die Mägte und Frauen Speise und Trank vorsetzten.

"Kommen die Zürcher oder kommen sie nicht ?" fragte der Fähnrich der Entlebucher einen Berner, der eben daran war, eine währschafte Speckseite zu zerschneiden.

"Gestern noch hiess es, sie kämen nicht, weil Murten ja nicht zu Bern gehöre. Sie würden nur dann Hilfe senden, wenn Bern selbst angegriffen würde."

Doch da klopfte ihm ein Ratsherr auf die Achseln und erklärte: "So sah es vor Stunden aus. Aber Hans Waldmann bat die Zürcher in einem Eilbrief: "Schickt sofort Hilfe und beeilt euch, dass ihr nicht die letzten seid ! Fällt Murten, fällt auch Bern !"

Man war übereingekommen, erst nach Murten aufzubrechen, wenn die Zürcher, die am 19. Juni ihre Stadt verlassen hatten, eingetroffen wären. So ruhten sich die Kriegsleute aus Unterwalden, Luzern, Solothurn, Biel, Neuenburg, Landeron, Aarberg, Uri, Schwyz, Zug, Glarus, Basel, aus Schwaben und dem Elsass, aus Strassburg, Colmar und Rottweil einstweilen aus. In 24 Stunden Marsch aber waren die Zürcher unter Hans von Landenberg auf der vom Regen übel aufgeweichten Strasse nach Bern marschiert, wo sie zusammen mit den Thurgauern, Sargansern und den Leuten aus Baden eintrafen. Von den 5000 Mann waren 600 unterwegs zurückgeblieben, weil sie dem Eiltempo nicht gewachsen waren. Der Einzug der Zürcher wurde gefeiert.

Überall unter den Lauben tischten die Töchter Berns Fleisch und Wurst auf. Doch der Schmaus dauerte nur kurze Zeit. Um zehn Uhr gaben Trommler und Hornbläser das Zeichen zum Aufbruch. "Morgen ist Samstag, nach eidgenössischem Brauch Schlachttag, da müssen wir in Murten sein !" geboten die Anführer. Und in der dunklen Regennacht marschierten die Eidgenossen gegen die belagerte Stadt am See.

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Die Schlacht bei Murten

Vorsichtig pirschte der eidgenössische Späher durch den Wald von Murten, teilte behutsam das Gebüsch und suchte lautlos den Waldrand zu erreichen. Richtig -  dort drüben auf der Anhöhe stand das Heerlager Karls des Kühnen. Wer rannte dort vom Grünhag weg ins Lager ? Ein burgundischer Späher ? Nun verschwand er im grossen Zelt. Wenige Minuten später rief Trompetengeschmetter die Burgunder zu den Waffen. Für die Eidgenossen war ein Überraschungsangriff verscherzt, die Welschen hatten Lunte gerochen. Befehle erschollen. Die Büchsenmeister rannten zu den Geschützen und stopften Pulver ein. Bald stand der ganze Harst der 36'000 Burgunder zum Kampfe bereit. Vom Himmel goss es wie aus Gelten. Nebelschwaden schlichen den Hügeln entlang, kaum sah man bis zum Städtchen hinüber. Der Späher zog sich durch das nasse Gebüsch zurück und meldete im Lager der Eidgenossen : "Des Herzogs Heer wartet stramm im Regen auf unsern Angriff !" Die Anführer berieten. Der Edle von Hallwil, der Luzerner Kaspar von Hertenstein und Hans Waldmann kamen überein, zuzuwarten. Der Befehl enttäuschte die Mannschaft. Am liebsten hätte sie gleich losgeschlagen.

Volle sechs Stunden lang stand des Herzogs Heer im Regen. "Was ist nur los, dass die Eidgenossen nicht stürmen ?" fragte Karl der Kühne seine Anführer. "Wer möchte auch bei diesem Hundewetter kämpfen, sie greifen heute wohl nicht mehr an !" vermuteten sie. Und so gab Karl der Kühne den Befehl: "Rückzug ins Lager ein !"

Die Schlachtordnung löste sich auf. Die Reisigen strebten ihren Zelten zu, zogen die schweren Rüstungen aus, streckten sich auf den Ruhestätten aus oder zogen in die Tavernen, um sich zu stärken, derweil die Knechte die Pferde absattelten, entpanzerten und fütterten.

Diesen Augenblick hatten die Eidgenossen abgewartet. Plötzlich trat die Vorhut aus dem Walde und kniete nieder zum Schlachtgebet.

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Das Bild ist ein Wandgemälde und befindet sich im Hotel weissen Kreuz in Murten.

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Jetzt drang die Sonne durch die Wolken und weckte das leuchtende Grün der nassen Wiesen. Der Edle von Hallwil hob sein Schwert und rief seinen Mannen zu: "Seht, das ist das Zeichen Gottes, der unser Gebet erhört hat ! Seid mannhaft, frisch und beherzt ! Jeder denke an seine Frau und seine Kinder, die Ledigen an ihre Braut ! Wollt ihr, dass sie den Burgundern zur Beute werden ?" Wie aus einem Chor drang ihm das mannhafte Nein entgegen, und die Vorhut, gefolgt von der Hauptmacht, rückte gegen den Grünhag vor.  

Es dauerte einige Zeit, bis die Burgunder wieder geordnet und gerüstet dastanden. Bereits waren baumstarke Eidgenossen daran, die Pfähle des Grünhags auszureissen oder zu übersteigen, ungeachtet der burgundischen  Geschütze, dir ununterbrochen feuerten. Jetzt rannte die Reiterei des Herzogs an, doch an den niedergehaltenen Spiessen der Berner, der Entlebucher und Luzerner kam der Ansturm ins Stocken. Verbissen schlugen die Eidgenossen mit den Halbarten auf die ersten Reiter ein, so dass mancher tot ins Gras fiel.

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"Setzt ab, zieht euch in die Ebene zurück ! Dort können wir besser kämpfen", ordnete der Herzog an. Die Reiter lenkten ihre Rosse um und gaben ihnen die Sporen. Als die Mannen der hinteren Reihen die Kehrtwendung bemerkten, glaubten sie, es sei ein Rückzug befohlen. Wie bei Grandson stürzten sie plötzlich zurück und ergriffen die Flucht. Nur der Oberstallmeister Jakob von der Maas hielt das Burgunderbanner aufrecht zum Zeichen, dass man weiterkämpfen sollte. Aber auch er konnte den Rückzug nicht mehr vereiteln. Treu umklammerte er mit beiden Händen das Fahnentuch und ging, von all seinen Leuten im Stiche gelassen, in den Tod.

Bevor die Hauptmacht der Eidgenossen eingreifen musste, war die Schlacht entschieden. Nicht lange hat sie gedauert. Die Eidgenossen drangen in die Zelte ein, erstachen versteckte Burgunder und setzten den Fliehenden nach. Diese glaubten, über den See flüchten zu können. Sie sprangen ins Wasser und versuchten, das Ufer schwimmend zu erreichen. Aber die Eidgenossen stiegen in die Schiffe und erschlugen die Hilflosen. 

Andere schossen auf die wie Möwen auf dem Wasser dahintreibenden Köpfe. Verwirrte Reiter sprengten ihre Pferde durch die Untiefen des Sees, doch der Moorgrund trug nicht, so dass Männer und Rosse versanken. 

Viele Burgunder erklommen in Todesangst Bäume, wurden aber mit den Spiessen heruntergeangelt und erstochen. Andere verkrochen sich in die Backöfen. Man forschte nicht lange, zündete die Häuser an und liess die Versteckten elendiglich umkommen. Ein grausam Morden stundenlang !

Nach zwei Tagen erst sammelte man die 2000 Leichen und bestattete sie in zwei grossen Gruben. Die Eidgenossen hatten 500 Mann verloren.

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Karls des Kühnen Flucht

Dem Herzog war im Getümmel der Schlacht die Flucht gelungen. Die ganze Nacht hindurch ritt er und erreichte am Morgen Morges am Genfersee. Sofort begann er ein neues Heer zu sammeln. "Gott hat mir solche Quellen gegeben - Länder in Hülle und Fülle -, dass es mancher Niederlage bedarf, bis ich am Boden liege", prahlte der Herzog. Die Freunde rieten von einem neuerlichen Zug gegen die Eidgenossen ab, doch Karl glaubte anders entscheiden zu müssen. 

Bei Murten hatte auch der junge Herzog Renat von Lothringen auf der Seite der Eidgenossen gekämpft. Er war von Karl dem Kühnen aus seinem Lande vertrieben worden und versuchte nun, mit Hilfe seiner Freunde sein Herzogtum wieder zurückzuerobern. In Basel warb er eidgenössische Truppen an. 

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Bei Nancy das Blut

Die Not der von Burgundern eingeschlossenen Lothringer in der Stadt Nancy wuchs von Tag zu Tag. Selbst Hund, Katze und Ratten galten als Leckerbissen bei den kargen Mahlzeiten. Der Gürtel musste enger geschnallt werden. Thierry, ein Tuchhändler, schlich unbemerkt aus der Stadt, erreichte nach fünf Tagen in Blotzheim bei Basel Herzog Renat und erzählte von der grossen Not.   

"Auf Weihnachten werde ich Hilfe bringen. In Basel sammeln sich meine Freunde, die Schweizer. 10000 sind schon beisammen. In acht Tagen ist das ganze Heer marschbereit."

Mit diesem guten Bericht schritt Thierry Nancy zu, verkleidete sich als Rebbauer, lud einige Rebstöcke auf die Schulter, durchschritt die burgundischen Reihen und erreichte unbehelligt die Stadt. Zuerst verrichtete er ein Dankgebet, dann meldete er dem Verteidiger: "Durchhalten - Renat lässt uns nicht im Stich ! Er kommt mit Freunden die wissen wie man Karl den Kühnen meistert."

Im Lager Karls vernahm man durch Späher das Anrücken Renats, aber der Herzog rief erhaben aus: "Einem Knaben ohne Bart werde ich getrost entgegenschreiten." Freunde rieten ihm zwar ab, im Winter eine Schlacht zu liefern. Eigensinnig zog er mit seinem Heer, das er in einem Viereck aufstellt, dem anrückenden Feinde entgegen.

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Der junge Renat befehligte seine 20000 Mann selbst. Auf grauem Pferd ritt er voran. Über der Rüstung trug er einen Waffenrock aus Goldstoff, ein Ärmel leuchtete grau-weiss-rot. Auf dem Stab glitzerte das Doppelkreuz der Lothringer. Von der Panzerdecke des Pferdes hoben sich drei silberne Lothringerkreuze ab. Renat legte den Hauptleuten seinen Plan vor: "wir greifen mit wenig Truppen an. Der Burgunder wird sich auf dieses Geplänkel einlassen. Zur gleichen Zeit rückt der Gewalthaufe rechts vor und fällt den Burgundern in die Flanke. Beim Walde sollen sich beständig Truppen bewegen und einen Angriff vortäuschen."

Dieser Plan wurde begeistert aufgenommen. Am Mittag setzte sich das Heer in Bewegung. die Eidgenossen knieten nach Väter Art nieder und beteten die fünf "Pater noster", obwohl ihnen die kalte Januarbise um die Ohren pfiff und ein Schneesturm über die öde Gegend fegte. Das Gestöber verdeckte den ausgeklügelten Aufmarsch ausgezeichnet und verwischte die Spuren. Doch bald hellte sich der Himmel auf. Die Sonne stach durch und wärmte die steif gewordenen Hände.

Jetzt standen sich die beiden Heere gegenüber. Karl der Kühne hatte sich täuschen lassen. Er erwartete den Hauptangriff vom Walde her und war völlig überrascht, als plötzlich von der Seite her die Hauptmacht mit voller Wucht in seine Flanke einfiel. Nun stand Karl mit dem Mittelhaufen alleine dem Feind gegenüber. Er stülpte seinen Helm auf. Dabei löste sich der goldene Löwe und fiel auf den Sattel. War das ein Zeichen des nahenden Schicksals ?

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Nun griff Renat von Lothringen mit seinem Heere con allen Seiten an. Herzog Karl ordnete seine restlichen Harste neu: "Schlagt zu, füllt die Lücken - wir werden siegen !" Erst als seine Leibwache kämpfend fiel, dachte er an sich selbst. "Auf nach Luxenburg !" rief er aus, gab seinem rabenschwarzen Hengst die Sporen und feuerte ihn zur Flucht an. In diesem Augenblick traf ihn der schwere Schlag eines eidgenössischen Streithammers. Der fürstliche Reiter taumelte, kam aber wieder zu Sinnen und flüchtete aus dem Wirrwarr ins Feld hinaus. Die Lothringer setzten ihm sofort nach. Bei Nancy musste er einen Bach überqueren. Vor dem Ufergestrüpp zögerte sein Pferd mit dem Absprung, und schon war es um den Herrscher geschehen. Eine Lanze durchbohrte den unglücklichen Herzog und löschte sein Leben aus.

Erst am andern Tag fand man den Leichnam, auf dem Gesicht liegend, durch wunden und Frost völlig entstellt, von streifenden Wölfen angefressen. Man trug ihn nach Nancy, zog ihm das fürstliche Totenkleid an und bahrte ihn auf. Herzog Renat ergriff die kalte Hand des Toten und sprach gerührt: "Eure Seele wollte Gott haben ! viel Leid, viel Schmerz habt Ihr uns zugefügt." Am Sonntag, es war der 12. Januar 1477, trugen vier Grafen, zwei Barone und zwei Edelknechte den toten Herzog zur Sankt-Georgs-Kirche zu Nancy, wo Herzog Renat seinem Widersacher ein Denkmal errichten liess.

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