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Bei
Grandson das Gut, bei Murten den Mut, bei Nancy das Blut.
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| Wo
bleibt der Vater nur ? |
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In
der getäferten Stube des Waldhofes sass die Mutter
wie jeden Abend am Tisch. Die Kinder hatte sie schon längst
zu Bett gebracht. Sie neigte sich bei flackerndem
Kienspan über die Hose des Kleinsten, um den
Dreiangel zu flicken, den er sich am Lattenhag
aufgezerrt hatte. Doch ihre Gedanken fanden keine
Ruhe. Sie weilten beim Vater, der in den Krieg gezogen
war. Die Angst bohrte sich tief ins Herz der Mutter.
Wann wird er heimkehren ?
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Auch
am nächsten Tag erschien er nicht. Und in der
folgenden Woche nicht. Die Kinder hatten sich bereits
daran gewöhnt, keinen Vater um sich zu haben. Der
Mutter stahl sich eine Träne aus den Augen, als der
Kleinste eines Abends fragte: "Ist der Vater im
Himmel, dass er so lange wegbleibt ? Gelt, dort gibt
es nie Krieg - dort möchte ich auch sein!"
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Der
Tag endete wie alle anderen. Ohne Vater, ohne frohe
Mutter, mit Sorgen und mit Tränen.
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Doch
am andern Morgen - welch ein Wunder ! - trat der Vater
in die Stube. Die Kinderschar umringte ihn sofort. Der
Kleinste versuchte am Hosenbein hochzuklettern. Die
Mutter umarmte ihren Gatten und weinte in ihrem Glück.
Hundert Fragen bestürmten den Heimgekehrten. Er
musste erzählen, wie es ihm ergangen in der grossen
Welt.
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"Ihr
wisst, Schaffhausen liegt oberhalb des grossen
Wassersturzes am Rhein. Es ist eine herrliche Stadt -
mit uns Eidgenossen befreundet. Aber dem österreichischen
Ritter Bilgeri von Heudorf gefiel das nicht. Er plagte
die Städter. In einem Hohlweg überfielen seine
Raubritter den Bürgermeister und schleppten ihn in
den Kerker, wo sie ihm die Füsse in den Holzblock
schraubten. Erst gegen schweres Lösegeld liessen sie
ihn wieder frei.
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Ähnliches
geschah in der Stadt Mülhausen, weil sie auch mit uns
befreundet ist. "Wir können keinen Kuhstall
dulden !" verhöhnten österreichische Ritter
unsere Kaufleute und stahlen ihnen die Ware. Die Mülhauser
riefen uns Eidgenossen zu Hilfe. Unter Adrian von
Bubenberg zogen wir achttausend Mann stark ins Elsass,
warteten aber vergeblich auf den Feind. Die Ritter,
diese Duckmäuser, versteckten sich vor Angst in ihren
Burgen. Also griffen wir diese an. Ausgeräuchert
haben wir sie wie Wespennester. Nun dürfte die Stadt
endlich Ruhe haben vor den Raubrittern.
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Fünf
Wochen lang belagerten wir auch das Städtchen
Waldshut. Wir Berner hätten es am liebsten gestürmt,
doch die andern Eidgenossen wollten verhandeln. Herzog
Sigmund versprach uns 10'000 Gulden, wenn wir abzögen.
Der Handel wurde abgeschlossen."
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"Und
hat er diese 10'000 Gulden tatsächlich bezahlt
?" wunderte der grössere Bub.
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"Ja
eben, der Kaiser lebt dauern in Schulden. Er gibt mehr
Geld aus, als er bei seinen Untertanen eintreiben
kann. In seiner Not wandte er sich an Karl den Kühnen,
den reichen Herzog von Burgund. Dem kam die Bitte
gelegen. Er lieh ihm nicht zehn-, sondern fünfzigtausend
Gulden, heischte aber als Pfand die Städte Waldshut,
Laufenburg, Säckingen und Breisach sowie den südlichen
Schwarzwald, das Oberelsass und die Grafschaft Pfirt.
Und jetzt hört gut: Karl der Kühne hat dem Österreicher
Hilfe gegen die "Puren" versprochen, obwohl
er kurz vorher auch den Eidgenossen mit Siegel und
Unterschrift bestätigt hatte, ihnen in der Not
beizustehen. So falsch ist dieser Herr. Aber ich
durchschaue seinen Plan. Er will die Pfandlande für
immer behalten. Damit ist der Anfang gemacht, seine
verzettelten Länderzusammenzufügen zum mächtigen
Reich, von dem er schon lange träumt. Peter Hagenbach
heisst der Vogt, der die Pfandlande regiert. Ein jähzorniger
Tyrann ist das ! Sigmund muss zusehen wie seine Leute
zu leiden haben. Gerne würde er sie von der Fuchtel
(Degen mit breiter Klinge) Hagenbachs befreien, aber
seine Truhen und Taschen sind leer. Der Vertrag mit
Karl dem Kühnen reut ihn schon heute.
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Ja,
die Zeiten sind unsicherer den je - jeden Tag kann ich
wieder zu den Fahnen gerufen werden.
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Mit
offenem Mund hatten die Buben Ihrem Vater gelauscht.
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Setz
Dich Vater ! Trink von der Milch ! Und hier hast du
das letzte Stücklein Fleisch aus dem Kamin.
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Aber
die Kinder bestürmten den Vater weiterhin mit Fragen,
so dass er kaum essen konnte. "Vater, schaffen
wir doch den Krieg ab, dann wird es besser auf der
Welt !" riet schliesslich Meieli, das Töchterchen.
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Da wäre
ich sofort einverstanden - aber solange es Menschen
gibt, die Ländergierig sind und Macht und Ruhm
anstreben, wird es immer Kriege geben. Geknechtet sein
ist noch schlimmer als Krieg - wählen wir von den
beiden Übeln das kleinere !
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| Die
Kinder verstanden nicht was der Vater meinte. Nur die
Mutter ahnte, was die nächsten Monate bringen würden.
Und sie trug den Kummer still für sich. |
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Siegel
und Siegelabguss Karls des Kühnen |
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Der
Vater hatte einen anstrengenden Tag hinter sich.
"Wenn man so lange vom Hof wegbleibt, wuchert das
Unkraut im Acker wie der Teufel in einer schwanken
Seele", klagt er. Doch der älteste Bub tröstete:
"Ich helfe dir morgen wieder, auch wenn die
Schwielen schmerzen." Und beide setzten sich auf
die hölzerne Bank vor dem Haus. Der Bub wissbegierig
wie immer, platzte mit Fragen heraus: "Vater,
wehren wir uns, wenn Karl der Kühne auch unseren
Acker stehlen will ?"
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"Spitz
die Ohren, ich werde dir den Mann schildern: Sein
Vater, Philipp der Gute hiess er, war sehr traurig,
als ihm die ersten zwei Kinder bald nach der Geburt
wegstarben. Mächtig freute er sich, als ihm noch ein
drittes Kind, ein wackerer Bube, geschenkt wurde. Karl
nannte er ihn, und dem Säugling in der Wiege verlieh
er bereits den Titel eines Grafen. Als Karl 2 Jahre
alt war, wurde er zur Erziehung nach den Niederlanden
geschickt. In der Schule lernte er ausgezeichnet, denn
er behielt das Gelernte besser als seine Mitschüler.
In der freien Zeit schoss er Vögel im Fluge, spielte
leidenschaftlich gern Schach, übte sich im
Schnelllauf und warf im Ringkampf den Gegner fast
immer platt auf den Rücken.
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Als
Karl achtzehn Jahre alt war, kämpfte er erstmals an
einem Turnier mit und zerschlug dem Gegner achtzehn
Lanzen, so dass ihm die Damen unter dem Jubel der
Zuschauer den Ehrenpreis zuerkannten. Bei Tisch drängten
sich alle in seine Nähe, denn er wusste die tollsten
Geschichten zu erzählen und unterhielt die
Gesellschaft mit Liedern, die er selber gedichtet und
vertont hatte, aufs köstlichste. Am liebsten aber zog
Karl in den Krieg. Der Vater riet ihm zwar, brav
daheim zu bleiben. Aber Karlentgegnete ihm:
"Lieber ziehe ich aus mit dem blossen Wams
(Kittel), ohne Rüstung und Schwert, als dass ich zu
Hause hocke."
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Einige
Jahre später hatten sich einige Bürger des Städtchens
Dinant, in der Nähe von Lüttich (Belgien), erfrecht,
über den burgundischen Hof zu spotten. Sie pflanzten
das Burgunder Kreuz auf und hängten einen Strohmann
daran, der eine Glocke um den Hals trug. Dabei riefen
sie: "Hört ihr den Grafen nicht, der euch ruft ?
Der König wird ihn hängen lassen, wie ihr seht
!"
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Nichts
ertrug Karl der Kühne schlechter als Spott. Der
brachte sein Blut zum Kochen. Sofort zog er mit seinem
Heere vor Dinant. Die Ratsherren kamen ihm entgegen
und entschuldigten sich: "Auch wir sind nicht
einverstanden, dass einige Bürger Euch höhnen.
Glaubt ja nicht, dass wir sie schützen wollen ! Alle
sind bereits im Turm eingesperrt - Ihr könnt sie
richten. Lasst aber, so bitten wir, Euren Zorn nicht
an der ganzen Stadt aus ! Alle Bussen, die Ihr uns
auferlegt, zahlen wir ohne Murren !" Die Stadt
fand beim aufgebrachten Karl keine Gnade. Er begann
sie zu beschiessen, dass sie zur Hölle wurde. Peter
von Hagenbach führte eine Bombarde (Geschütz) vor
das Stadttor und öffnete eine Bresche von sechzig
Fuss Breite. Nun stiegen die Soldaten in die Häuser,
plünderten, was sie für wertvoll ansahen, und
metzelten wehrlose Frauen und Kinder nieder.
Achthundert Männer wurden, je zwei
aneinandergebunden, wie Mäuse in der Maas (Fluss)
ertränkt, andere stürzte man aus dem Fenster oder knüpfte
sie erbarmungslos an den Bäumen auf. Während einer
folgenden Nacht brach Feuer aus. Nach wenigen Tagen
lag Dinant in Schutt und Asche. Diese Tat trug Karl
den Namen "der Kühne" ein. Man hätte ihn
besser den "Tollkühnen" oder den
"Schrecklichen" genannt.
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| Karl
der Kühne (Gemälde von R. van der Weyden) |
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Auch
die Stadt Lüttich bekam den Wüterich zu spüren. Die
reichsten Bürger sperrte Karl ein, und täglich übergab
er eine bestimmte Anzahl dem Henker. Jeden Tag steckten
die Soldaten nach festgeletem Plan die Häuser in Brand,
heute das Rathaus, morgen das Kornhaus, übermorgen das
Zeughaus - nur Kirchen und Klöster blieben verschont.
Sieben Wochen dauerte das grausame Geschehen, und dann
glich Lüttich dem Städchen Dinant. Und dies alles,
weil die bedrückte Bürgerschaft geistliche Herren
ermordet hatten.
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Die
dritte Stadt, die unter Karl, dem Schrecklichen, zu
leiden hatte, hiess Nesle. Als der burgundische Herzog
anrückte, übergab der Kommandant die Stadt kampflos.
Die Truppen rückten ein. Da geschah das Unglück:
Einige ergrimmte Bürger versteckten sich mit geladenen
Gewehren hinter den Hausecken und schossen den Herold
und zwei burgundische Soldaten nieder. Jetzt flackerte
der Zorn in Karl auf wie ein Feuer. Er erteilte den
Befehl, allen Einwohnern entweder die Hände
abzuschlagen, damit keiner mehr ein Gewehr laden könne,
oder sie zu erhängen. In der Kirche, in der die Leichen
lagen, ritt Karl auf hohem Ross ein. Er besah sich
Sattel herab das Blutbad und rief zufrieden aus:
"Ein hübscher Anblick ! Wirklich, ich habe gute
Metzger bei mir ! "
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"Vater,
den wird der Teufel einmal holen !" unterbrach der
erbleichte Bub.
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"Zwei
Seelen hat er, dieser Herzog. Er liebt alles Schöne,
kann aber furchtbar grausam sein. An seinem Hofe geht es
zu wie im Märchen. Alle Zimmer sind mit Gold und Seide
ausgeschlagen. Sechzehn Knappen bewachen den Herrscher
Tag und Nacht. Nach dem Aufstehen besucht Karl täglich
den Gottesdienst. Zum Frühstück spielt die grosse
Musikkapelle. Hernach predigt Karl seinem Hofstaat eine
Stunde lang von den Pflichten eines Ritters. Abends lässt
er sich über das alte Rom zwei Stunden lang vorlesen.
Den Armen gibt der Herrscher viel Geld.
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Du
siehst - auf der einen Seite ist Karl bestrebt, das Gute
und Schöne am Hofe zu fördern; anderseits verübt er
Grausamkeiten. Hart wird Karl immer dann, wenn ihm
jemand widerspricht. Haben zwei oder drei eine böse Tat
vollführt, muss die ganze Stadt dafür büssen !"
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Der Bub
hatte an diesem Abend nur den Wunsch, dieser unheimliche
Herzog möge nie auf die Eidgenossen zornig werden. Das
würde wohl das Ende bedeuten. Lange wälzte sich der
Bub in seinem Bette hin und her, bis er endlich den
Schlaf finden konnte.
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| Bubenstreich
des Landvogts |
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In
der Herberge zu Basel sassen am Abend
Handwerksburschen am runden Tisch, tranken ihr Schöpplein
Roten und plauderten dies und das. Ein Schmied aus dem
Elsass fand in dieser Runde die aufmerksamsten Zuhörer,
als er erzählte: "Dem Ritter Peter von Hagenbach
habe ich Rache geschworen. Seitdem er in unserem Lande
regiert, ist Feuer im Dach. Die Steuern treibt er ein,
grad wie es ihm gefällt. Muckst sich einer, muss er
zehn Tage oder länger auf der Burg Frondienst
leisten. Wer sich gegen diesen gewalttätigen Ritter
auflehnt, hat sein Leben verwirkt: Ohne Gericht wird
er geköpft oder an den Galgen vor der Stadt gehängt."
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"Aber
der edle Herzog von Burgund lässt solchen Frevel
doch nicht zu. Ich weiss dass er ein hochanständiger
Mann ist", entgegnete ihm einer aus der
Tischrunde.
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"Das
ist er, aber er braucht den Peter von Hagenbach, um
die Pfandlande im Zügel zu behalten. Deutlich hat
Karl gesagt: "Ich dulde keinen Landvogt, der den
Nachbarn gefällt, er muss tun was mir lieb ist
!"
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Nun
schob sich ein Kaufmann aus Bern, der eben sein Mahl
verzehrt hatte, näher heran und bestätigte:
"Auch ich habe den Hagenbach erfahren. Zog ich
mit meinem Warenfuder gemächlich gegen Mühlhausen,
als mich in einem Hohlweg plötzlich wilde Gesellen überfielen
und mir auf den Kopf einschlugen, dass ich bewusstlos
zu Boden taumelte. wieder bei Sinnen, fand ich den
Wagen leer, die Geldbörse geleert, die Pferde im
nahen Eichenwald umherirrend. Ich klagte vor Gericht.
Es nützte nichts. Ein Bauer verriet mir, dass solche
Überfälle auf eidgenössische Kaufleute immer wieder
vorkämen. Ritter Peter von Hagenbach bestrafe die Räuber
nicht. Im Gegenteil. Er gewähre ihnen noch
Unterschlupf auf der Burg."
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"Und
wisst ihr, was er über die Eidgenossen gesagt hat
?" fragte ein Schwyzer Handelsmann, der auch am
Tisch sass. Die andern zuckten die Achseln.
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"Ich,
Ritter Peter von Hagenbach, werde dem Berner Mutz das
Fell schon über die Ohren ziehen !"
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"Er
soll kommen !" trumpfte ein stämmiger
Metzgerbursche auf und krempelte zum Zeichen von Kraft
und Übermut die Ärmel zurück. Der Kaufmann aus Bern
goss Öl ins Feuer des Gesprächs: "Der Ritter
nennt uns Eidgenossen nur Buben und Laffen."
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Plötzlich
wurde es still in der Herbergsstube. Das Kerzenlicht
flackerte wirr auf den Tischen und warf zitternde
Schatten an die Wände. Wer war eingetreten ? Ritter
Peter von Hagenbach stand da, als ob die Gaststube ihm
gehörte, und setzte sich mit seinen Freunden an einen
Tisch. Da und dort stand einer der Gäste auf und
verliess lautlos die Stube. Hagenbuch hatte wohl ein
Glas über den Durst getrunken, als er wie besessen
aufsprang, den erstbesten Kerzenstock ergriff und dem
Wirt in den Rücken schleuderte. Der zweite folgte,
der dritte, vierte - bis es stock dunkel war.
Jetzt schritt der Ritter hinaus in den Stall, schnitt
den Pferden die Halftern durch und trieb die Gäule
auf die Gassen, wo sie herrenlos umherirrten.
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Man
schrieb den 6. April 1474. Unwillig öffnete der Torwächter
von Breisach die Pforten für Peter Hagenbach und sein
Kriegsvolk. 400 Bewaffnete und 100 Trossknechte,
zusammen also 500 Pikarden, ritten in die Stadt nördlich
von Basel ein. "Ha, eitel Mörder und Bösewicht
habe ich, um die Untertanen zu peinigen ! Wer die
Steuern nicht bezahlt, erleidet das gleiche Schicksal
wie die Bürger von Thann, die ich aus den Betten
geholt und vier von ihnen auf verschiedenen Plätzen
gehängt habe", murmelte Hagenbach vor sich hin
und sah mit hämischer Freude zu, wie seine Soldaten
die besten Stuben aussichten und die Familien daraus
vertrieben.
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Am
Ostersonntag zwang Hagenbach den Priester, von der
Kanzlei aus zu verkünden: "Alle Breisacher
erscheinen am Montag mit Pickeln und Schaufeln, um
einen Graben rings um die Stadt auszuheben, damit das
Wasser des Rheins umgeleitet werden kann. Wenn die
Pauken dröhnen, so versammelt euch auf dem grossen
Platz!"
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Das
schlug dem Fass den Boden aus. Alle erschienen am
Ostermontag, aber nicht mit Pickeln und Schaufeln,
sondern geharnischt und bewaffnet mit Lanzen und
Spiessen. Dabei riefen sie: "Hinaus mit den
Welschen ! Fort mit dem Lumpenpack !" Der
erschrockene Hagenbach musste nachgeben. Noch in der
gleichen Nacht trieben die Breisacher die Soldaten
einzeln durch eine Spiessrutengasse zur Stadt hinaus,
den verhassten Landvogt aber nahmen sie gefangen,
legten ihm Eisenklammern um die Füsse und sperrten
ihn in den Turm. "14000 Gulden Lösegeld zahle
ich euch, wenn ihr mir die Freiheit schenkt",
versprach Hagenbach. Die mutigen Bürger aber traten
darauf nicht ein. Sie sandten einen Boten zu Karl dem
Kühnen mit der Frage: "Was sollen wir mit
Hagenbach anfangen ?"
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|
Der
Herzog sprach: "Es tut mir leid, dass mein Vogt
so hart umgegangen ist mit euch. Ich will alles
wiedergutmachen. Schickt mit Peter von Hagenbach,
damit ich mit ihm reden kann !"
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Die
Breisacher aber spürten, wo der Hase im Pfeffer lag
und liessen Hagenbach weiterhin im Turme schmachen.
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|
Dort
hörte der Eingesperrte eines Tages von der Gasse
herauf den Schlag von schweren Pferdehufen. "Wer
ist es wohl ? Schau hinaus !" bat er seinen
Bewacher. Dieser lehnte sich zur Mauerluke hinaus und
meldete: "Ich sehe nur geschorene Wallache
!" Hagenbach erkannte: "Mit mir ist es aus -
es sind die Eidgenossen !"
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Am 9.
Mai strömten einige tausend Menschen, darunter
vierhundert aus Basel, in Breisach zusammen, um dem
Gericht über den schlimmen Vogt beizuwohnen. Bleich,
Barmherzigkeit bittend, stand der einst gefürchtete
Mann vor seinen Richtern, die entschieden:
"Hagenbuch büsst seine Schandtat mit dem Tod
durch das Schwert !" Um vier Uhr führte der
Nachrichter den Verurteilten zum Tor hinaus. Bevor das
Schwert niedersauste, bat der Todgeweihte die
Umstehenden, sie möchten ihm verzeihen und für seine
arme Seele beten. Der Scharfrichter sprach dem
Zitternden Trost zu und waltete beim Fackelschein
seines Amtes.
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| Bubenberg
ist anderer Ansicht |
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Vornehme
Abgesandte traten in den Ratssaal zu Bern ein.
Freundlich lächelnd erhoben sich die Räte von den
Sitzen. Sie ehrten so die Boten des Königs von
Frankreich.
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"Abgesandte,
Ratsherren ! Wir haben heute Wichtiges zu beraten.
Karl der Kühne ist nicht nur ein Feind der
Eidgenossen, er hasst auch den König von Frankreich.
Ludwig XI. schickt die drei Boten, um von uns zu
erfahren, ob wir bereit wären, mit ihm ein Bündnis
gegen Burgund einzugehen." So sprach Ritter
Niklaus von Diesbach, der Schultheiss von Bern.
|
|
"Was
verspricht er uns, wenn wir gegen den Herzog den Kampf
aufnehmen ?" Wollte der Ratsherr wissen.
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|
"Viel,
sehr viel, meine Herren", antwortete Diesbach,
"er wird uns mit seinem Heere beschützen,
sollten wir angegriffen werden. Alle Orte, Fribourg
und Solothurn eingeschlossen, erhalten jedes Jahr eine
Pension von 2000 Franken. Das macht die schöne Summe
von 20'000 Franken jährlich. Sollte sich der König
von Frankreich mit seinen Truppen nicht selber am
Kriege beteiligen können, so zahlt er in jenem Jahr
80'000 Franken dazu^, damit wir den Kampf
durchstehen können. Sollte der König in den Krieg
verwickelt werden, müssen wir ihm Truppen stellen,
die er aber selbst besoldet."
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|
Nun
erhob sich Adrian von Bubenberg, der frühere
Schultheiss von Bern. Seine blitzenden Augen
verrieten, dass er nicht einverstanden war.
"Ratsherren ! Ich kenne Karl den Kühnen, weil
ich einst an seinem Hofe als Knappe gedient habe. Er
sucht keinen Streit mit uns. Er denkt gut von uns. Ich
verstehe, dass Bern als aufstrebende Stadt noch mächtiger
sein möchte. Aber von einem rat ich euch ab: Mischt
euch nicht in den Händel der grossen Herren ! Ihr könntet
euch dabei die Finger verbrennen."
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|
Diesbach
erwiderte: "Wenn uns der König von Frankreich
beisteht, kann uns nichts geschehen. Wer weiss, ob der
Herzog von Burgund sein Reich nicht bis zum Mittelmeer
ausdehnen will. Da braucht er die Eidgenossenschaft
als Brücke. Und nebenbei sei gesagt, das Geld wird
uns nicht mehr so leicht in die Kassen fliessen."
"Geld ist für mich weniger wert als die Ehre,
ein freier Berner zu sein, der mit dem Nachbar in
Frieden leben will. Ich weiss", und damit deutete
er auf Diesbach, "dass Ihr vom französischen König
in den letzten Jahren viele Geschenke angenommen habt.
Gold macht blind." Mit fester Stimme fuhr der
Bubenberger fort: Meine Ratsherren, lasst ab vom Bündnis
mit Frankreich, es wird euch gereuen ! Sollen wir
Berner bluten, weil der König uns Eidgenossen
aufhetzen will, Karl den Kühnen zu schlagen ? sollen
wir unsere Kraft und Ehre verkaufen ? Nein - und
nochmals nein !"
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Aber
Adrian von Bubenberg drang nicht durch. Geblendet vom
angebotenen Gold und Silber, beschlossen die
Ratsherren am 17. September 1474, dem Bündnis mit
Frankreich zuzustimmen. Diesbach brachte es sogar
fertig, Adrian von Bubenberg aus dem Rat und Stadt zu
verbannen.
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| Der
König von Frankreich vermittelte auch zwischen den
Eidgenossen und Österreich. In Feldkirch wurde beraten, wie
man bei einem Kriege gegen Burgund einander beistehen könnte.
Die Eidgenossen versprachen Hilfe; als Gegenleistung
verzichtete Österreich auf alle Länder, die sich vom Reiche
gelöst und selbständig gemacht hatten. Der Vertrag, die
sogenannte "ewige Richtung", wurde in Luzern
gesiegelt. Damit stand nun Karl der Kühne allein gegen
Frankreich, Österreich und die Eidgenossenschaft. Mutig erklärten
die Berner im Namen der Eidgenossenschaft dem Herzog in einem
Brief den Krieg. Zwei Tage später zogen sie zusammen mit Österreich
18'000 Mann stark nach Héricourt und schlugen dort die
burgundischen Truppen. |
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Seit
Tagen belagerte das burgundische Heer die Stadt Neuss,
die sich tapfer verteidigte. Karl der Kühne entdeckte
von seinem seidenen Zelte aus, wie der nach der Stadt
geschickte Unterhändler herritt, vom Pferde stieg und
mit einer höfischen Verneigung beim Zelteingange
stehenblieb.
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"Sprich,
du wirst mir gute Nachricht haben ! Ergeben sich die Bürger
von Neuss ?" Fragte der Herzog.
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Zögernd
begann der Bote zu sprechen: "Erlauchter Herzog -
Eure Bitte - trug ich - am Stadttor vor. Nach längerem
Warten erlaubte man mir einzutreten. Im Zollhause
verbanden mir die Wächter die Augen und führten mich
aufs Rathaus. Dort wollte ich Eure bitte vortragen,
wurde aber mit der bündigen Antwort abgefertigt:
"Sag dem Herzog, er möge sich den heutigen Tag
notieren ! Genau ein Jahr später werden wir ihm
Antwort geben." Mit verbundenen Augen tappte ich,
von den Wächtern geführt, dem Stadttor zu, wo sie
mich unter höhnischem Gelächter entliessen."
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|
Karl
der Kühne errötete vor Zorn. Nichts ärgerte ihn
mehr, als wenn ihm jemand zu trotzen wagte oder sich
gar lustig machte über ihn.
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Wenige
Tage später traf ein Bote aus der Eidgenossenschaft
ein, löste aus dem Stabe das eingeklemmte Pergament
und übergab es dem Herzog. Als Karl der Kühne das
Siegel entdeckte, rief er knirschend aus: Bernä...
Bernä...!
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Dann
entfaltete er den Brief und las:
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"Dem
durchlauchtesten, hochgeborenen Fürsten und Herrn
Karl, Herzog zu Burgund, oder seinen Statthaltern und
Anwälten, entbieten wir, die Bürgermeister,
Schultheissen, Ammänner, Räte und alle Gemeinden von
Bern, Zürich, Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden, Zug
und Glarus, dazu beide Städte Fribourg und Solothurn,
dass wir auf Mahnung des allerdurchlauchtesten, unüberwindlichen,
hochmächtigsten Herrn Friedrich, unseres römischen
Kaisers und auch des durchlauchtesten Herrn Sigmund,
des Erzherzogs zu Österreich und anderen Fürsten,
Euch und all den Euren unsere offene Feindschaft
ansagen. Was diese Feindschaft gegen Euch bringen
wird, Raub, Totschlag, Mord, Brand, Angriffe und Beschädigungen,
Tag und Nacht durch uns, soll unsere Ehre bewahren. In
Luzern ist dieser Brief gesiegelt worden. Das Siegel
verbindet uns alle. Gegeben am Zinstag vor Simon und
Judäa MCDLXXIV."
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Mit
geballter Faust rief der Herzog aus: "Diese
Absage habe ich erwartet. Diesbach hat es
fertiggebracht, die Eidgenossen zu meinen Feinden zu
machen. Österreichs und Frankreichs Sinn ist klar:
Sie schicken die tapferen Eidgenossen gegen mich, um
sich selber zu schonen, weil ihnen im Grunde genommen
beide, Burgunder und Schweizer, zu mächtig geworden
sind." Den Boten entliess er mit der Drohung:
"Sagt daheim, dass ich die ganze
Eidgenossenschaft zum Rossstall machen und die
Eidgenossen wie Ungeziefer vertilgen werde !"
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Sofort
gab der Herzog Befehl, sich für den Kampf zu rüsten,
um gegen das kleine Land, das sich erfrecht hatte, ihm
den Krieg anzusagen, vorzugehen.
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Käuchend
stieg ein Bote die letzten Stufen der Ratshaustreppe
zu Bern hinauf und meldete: "Hört, was geschehen
ist: Diesbach ist tot ! Unser Schultheiss kann uns
nicht mehr gegen die Burgunder führen, allein stehen
wir da !"
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Die
Ratsherren forschten weiter: "Wie ist das
geschehen ? Erzähle !"
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"Vor
der Stadt Blamont, die vergeblich belagert wurde,
schlug ein Pferd aus und traf unseren Schultheiss am
Bein. Die Wunde schien zuerst nicht schlimm zu sein.
Doch stellte sich das Fieber ein, das dem Verletzten
die ganze Kraft raubte. Man trug Diesbach nach
Pruntrut, wo der Arzt des Bischofs von Basel sich um
den Kranken bemühte. Vergeblich - nach drei Tagen gab
der Sterbende die Seele seinem Schöpfer zurück."
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Traurig
tönten einige Tage später die Glocken vom Münsterturm
in die Stadt hinunter, als sich der Wagen mit der
Leiche des Schultheissen durch die Gassen bewegte.
"Was nun ?" fragten sich ernst die Berner.
"Jetzt, da Karl mit seinem mächtigen Heere gegen
uns zieht, stehen wir ohne Schultheissen da."
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Vielleicht
ist es gut, dass er sterben konnte. So hat er nicht
erfahren müssen, dass sein grosser Freund, der König
von Frankreich, sich mit Karl dem Kühnen ausgesöhnt
hat. Und nicht nur er hat uns im Stiche gelassen, auch
Herzog Sigmund von Österreich hat mit dem Burgunder
Frieden geschlossen. Sie beide hetzten uns Eidgenossen
in den Krieg. Sobald wir ihn angesagt hatten, war ihr
Ziel erreicht. Und nun müssen wir bluten, denn Karl
ist gewillt, uns alle zu vertilgen wie Ungeziefer -
Gott stehe uns bei !" So redeten die Berner.
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| Die
Eidgenossen sorgen vor |
| Die
Eidgenossen warteten nicht daheim auf die Burgunder. Innert
wenigen Monaten eroberten sie das Vorland, damit der Krieg von
der eigenen Heimat fernblieb. Im Herbst 1475 besetzten sie das
Städtchen Grandson. Innert 3 Wochen bezwangen sie 16 Städte
und 43 Schlösser. Im Oktober ergab sich Murten. Die Leute von
Avenches kamen auf dem Wege entgegen und übergaben die Stadt
kampflos. Die Räte von Payerne trugen die Torschlüssel vor
der Stadt an. Die Bürger von Steffisburg (Estavayer) wehrten
sich bis zum letzten, wurden aber verraten. Von 1300
Einwohnern kamen 1000 ums Leben. Als die überlebenden Mütter
und Kinder ihre toten Väter in die Kirche trugen und weinend
für die Seelen der Verstorbenen beteten, erbarmten sich ihrer
etliche Eidgenossen. Wenn es später im Kriege nicht gut
ginge, erinnerten sie sich dieser Tat: "Da rächt sich
der böse Tag von Steffis !" |
| Karl
der Kühne bricht auf |
| Der
Herzog versammelte bei Nancy seine Anführer um sich und
sprach: "Eben hat mir ein Bote gemeldet, dass die
Eidgenossen in der Gegend von Basel Befestigungen errichten.
Lassen wir sie im falschen Glauben ! Ich greife durch die
Westschweiz an. Dort erobere ich zunächst alle Städte und
Burgen, die der Herzogin von Savoyen abgenommen wurden,
Grandson, Stäffis, murten und wie sie alle heissen. Eine
Kleinigkeit für unser Heer von 35000 Mann ! Von euch verlange
ich den Mut eines Heerführers. Ohne Zweifel werden uns die
Eidgenossen gleich an der Grenze die Schlacht anbieten.
Wichtig ist, dass ihr die Bauern im ersten Gefecht schon
besiegt. Denn die kleinste Schlappe entmutigt sie; sie laufen
davon wie Hühner vor dem Fuchs und geben sich sofort
verloren. |
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Am 19.
Februar 1476 schlug Karl der Kühne vor Grandson sein
Lager auf. In der Mitte stellten die Knappen das seidene
Zelt des Herzogs auf und steckten die Wimpel auf den
First. Rundherum wuchsen die über 400 Zelte der Anführer
und der Kriegsknechte wie Pilze aus dem Boden. 3000
Krambundfrauen stellten ihre Läden auf und begannen die
Käufer anzulocken. Bald dröhnten aus den Trinkstuben
aus rauhen Kehlen falsch gesungene Lieder. Dazwischen
vernahm man das Kichern der Frauen, die dunkelroten
Burgunderwein in die Zinnbecher gossen. In den zwölf Mühlen
trotteten ausgediente Reitpferde stur im Kreise herum
und trieben die Mühlsteine, die für die Lagerbäckerei
Korn zu Mehl mahlten. Im Schlachtzelt stachen rauhe
Burschen die gestohlenen Schweine, zerstückten sie und
legten die Hammel und Lenden, die Füsschen und Rippenstücke
auf die Bank. Die Frauen der Essstuben kauften sich die
schönsten Stücke, der Rest wurde in die grosse Lagerküche
abgeschoben. Hinter der Taverne zur
"Burgunderlilie" fröhnten die Schreiber und
Hofangestellten dem Kugelspiel. Ein Mohr, braun wie
genetzte Erde, versorgte die fröhliche Gesellschaft mit
Schinken und Bier. In den Gassen der Zeltstadt und auf
den Plätzen bummelten die Kriegsknechte und rühmten
die herrliche Landschaft am Neuenburgersee. Vor der
Wagenburg, die das grosse Heerlager umzäumte, gingen
die Wachen auf und ab und spähten nach Feinden aus.
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In den
ersten Tagen befahl Karl der Kühne einen Sturm auf das
Städtchen Grandson. 200 Burgunder büssten dabei ihr
Leben ein. Aber schon tags darauf drang ein Trupp in die
Stadt ein, und die 500 Verteidiger mussten sich in das
Schloss zurückziehen. "Seht ihr", sprach
Karl, "wie leicht man die Eidgenossen bodigt. Bevor
wir zum Sturm auf das Schloss ansetzen, schiessen wir
den Turm in Staub !" Kanonen fuhren in Stellung.
Bald prasselten die Kugeln aufs Mauerwerk, aber es hielt
stand. Dennoch wuchs die Not der Besatzung. Brot und
Fleisch wurde rar, denn kein Schiffsführer wagte mehr,
von der Seeseite her den Eingeschlossenen Hilfe zu
bringen. Drei der letzten Pulverfässer flogen in die
Luft. Zu allem Unglück wagte sich der tüchtigste Büchsenmeister
aus Bern bei der Burgzinne zu weit vor, so dass eine
burgundische Kugel sein Haupt traf.
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In der
Nacht seilten sich zwei Eidgenossen an der Mauer
heimlich ab, schlichen sich unbemerkt zwischen allen
burgundischen Wachen durch und erreichten im Eilmarsch
Murten, wo sie die schlimme Lage der Besatzung von
Grandson schilderten: "Zu essen haben wir nur noch
für zwei Tage. Ungemahlenes Korn ist die einzige
Nahrung. Wasser fehlt. Karl der Kühne wartet bis wir
ausgehungert sind. Schickt uns sofort Hilfe !"
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In
diesen Tagen näherte sich den Mauern Grandsons ein Mann
namens Rondchamps. Der verstand die deutsche Sprache und
verlangte, mit den Eidgenossen zu sprechen. "Ich
bin euer Freund", begann er, "ich meine es gut
mit euch. Karl der Kühne hat Freiburg erobert und alles
niedergemacht. Nun marschiert er bereits gegen Bern und
Solothurn, wo den Bürgern ein ähnliches Schicksal
bevorsteht. Die Eidgenossen sind unter sich uneins; an
Hilfe ist nicht zu denken. Ergebt euch, und ich will
beim Herzog ein gutes Wort einlegen, könnt mir's
glauben."
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Anderntags
erschien Rondchamps wieder und bestätigte: "Karl
der Kühne lässt euch frei aus dem Schlosse ziehen,
wenn ihr euch ergebt."
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Darauf
hielt die Besatzung Rat. Die einen wollten dem Manne
nicht trauen und schwuren: "Hier auf dem Schloss
wollen wir sterben oder genesen !" Doch
Hauptmann Wyler wandte ein: "Unter den
versprochenen Bedingungen wäre eine Übergabe nicht
unehrenhaft."
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Der
Freiburger Hauptmann wiedersprach: "Ich kenne diese
falschen Welschen gut genug. Kein Wort ist ihnen zu
glauben !" Wyler verlangte das Wort: "Was ich
bis heute verschwiegen habe, muss ich euch jetzt
preisgeben: Vier der Unserigen sind letzte Nacht zum
Feinde übergelaufen. Bestimmt haben sie ihm berichtet,
wie schlimm es um uns steht. Sicher weiss Karl der Kühne,
dass er nur noch wenige Tage warten muss, bis der Turm
ihm wie ein reifer Apfel in den Schoss fällt." Die
Umstehenden sahen einander entsetzt an; der Verrat der
eigenen Leute lähmte ihren Mut zum Durchhalten, und sie
stimmten der Übergabe zu. Sie sammelten ihre letzten
Batzen und übergaben dem Unterhändler Rondchamps, der
ihnen so "gut" gesinnt war, hundert Gulden als
Trinkgeld.
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Am
Aschermittwochmorgen öffneten die eidgenossen das Tor.
Durch das Spalier von zwei burgundischen Reihen
schritten sie aus der Burg, wurden aber gleich mit einem
Hohngelächter überschüttet: "Da sind die, denen
der Schnauf ausgegangen ist!" Dann zerrten die
Burgunder den Mannen die Waffen aus den Händen und führten
die Besatzung zum Zelt des Herzogs. Dort trat Hauptmann
Wyler hervor und beklagte sich :"Ich bin empört, dass
man uns verspottet, hat man uns doch freien Abzug
gesichert !"
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Karl
der Kühne fragt seine Umstehenden ganz erstaunt:
"Was sind das für Leute ?" Sofort trat
Rondchamps vor seinen Herzog hin und klärte ihn auf:
"Gnädiger Herr, es ist die Besatzung von Grandson,
die sich heute morgen auf Gnade oder Ungnade ergeben
hat. Ihr könnt frei entscheiden, was Ihr mit ihnen
anfangen wollt !"
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"Rondchamps
lügt, freies Geleit hat er uns versprochen !"
begehrten die Eidgenossen auf. Doch Karl der Kühne
glaubte seinem Rondchamps und gebot, Gericht zu halten.
Das Urteil wurde sofort gefällt und lautete: Tod für
alle ! Ohne zu klagen gingen die 412 Betrogenen in den
Tod.
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Welch
schauerliches Bild, als die Leichname zwischen Stadt und
Lager an den Nussbäumen hingen ! Rauhe Gesellen fuhren
die noch Lebenden in den See hinaus, banden sie an lange
Stricke zusammen und schwemmten sie so lange, bis der
letzte ertrunken war.
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"Und jetzt rücken
wir gegen die Eidgenossen vor - die Plage schaffe ich
mir nun endgültig vom Halse" schwor der Herzog.
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Zwei Tage nur hätten die
Eidgenossen zu Grandson noch ausharren müssen, um
gerettet zu werden. Bereits hatte sich das eidgenössische
Heer in Neuenburg gesammelt und befanden sich auf dem
Vormarsch gegen Grandson.
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| Die
Schlacht bei Grandson |
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Am
Morgen des 2. März 1476 weckten Trompeten- und Hornstösse
die Burgunder. Das war das Zeichen zum Aufbruch. Die
Ritter stiegen auf die Pferde, die Schützen eilten zu
ihren Fähnchen. Karl der Kühne richtete folgende Worte
an seine Truppe: "Edle Kämpfer ! Die Späher haben
uns gemeldet, dass die Eidgenossen von Neuenburg her anrücken.
Endlich ist der Tag da, an dem wir die Bauern vertilgen
wie die Besatzung von Grandson. Zuerst schlagen wir sie
vernichtend, dann rücken wir gegen Bern vor. Teilen
wollen wir unter uns ihre Städte, Dörfer, Höfe; die
Daheimgebliebenen seien unsere Untertanen !"
Hernach ritt der Herzog auf seinem gepanzerten Pferde näher
an die Truppe heran und befahl: "Ordnet euch ! Dann
stürmt gegen die Bauern los ! Bei Sankt Georg - zeigen
wollen wir ihnen wer wir sind!"
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Nun
marschierte das stolze Heer, in Vorhut, Mitteltreffen
und Nachhut geteilt, aus dem Lager. Plötzlich donnerten
von der bewaldeten Anhöhe herunter einige Schüsse.
Kein Zweifel - das war eidgenössisches Blei ! Der
Herzog befahl: "Treibt die Schützen zurück
!" Aber gegen die anstürmenden Schwyzer richteten
die Burgunder nichts aus.
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Unterdessen
waren im Lager der Eidgenossen auch die Berner
eingetroffen. " Wir müssen die Ankunft des
Hauptharstes abwarten !" rieten die Anführer der
Vorhut. Doch der Rachedurst der Berner war nicht zu
stillen: "Nein, vorwärts ! Ohne alle Furcht
!" Erscholl es durch ihre Reihen.
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Durch
Äcker und Rebberge stampften sie mutig den Berg hinab.
Die burgundische Reiterei trabte auf beiden Flanken
heran. "Nieder zum Gebet !" geboten die Anführer
der Eidgenossen. Die Männer steckten Banner und Spiess
in den Boden, fielen auf die Knie und flehten Gott um
Hilfe an. Lautes Hohngelächter tönte aus dem Lager der
Burgunder herüber: "Seht sie haben Angst, die
lumpigen Bauern ! "
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Nun
erhoben sich die Eidgenossen, ordneten die dreissig
Banner in der Mitte des Vierecks, umgaben sie mit den
Halbartenträgern, und aussen reihten sich die Mannen
mit den Spiessen an. Wie ein Igel schob sich die eidgenössische
Vorhut an die Burgunder heran.
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Zwischen
neun und zehn Uhr war's, als aus einem Geschütz der
Burgunder die erste Kugel einschlug und gleich zehn Mann
wegraffte. Das Feuer wurde aus den Büchsen der Berner
erwidert. Karl der Kühne rückte mit seinem Heer, das
er in Form eines Dreiecks aufgestellt hatte, gegen die
Eidgenossen an.
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Er zu
Pferd an der Spitze. Die Berner wehrten den ersten
Anprall ab. Der Herzog kam unverwundet davon, während
sein Pferd, von einem Spiess getroffen, weggeführt
werden musste. Da der Igel der Schweizer standhielt,
entschloss sich Karl der Kühne, ihn weiter in die Ebene
zu locken, damit die Kämpfer zu Pferd gegenüber den
Fusstruppen der Eidgenossen im Vorteil lägen. Er rief:
"Zieht euch kämpfend zurück !" Als die
hinteren Schlachtreihen diese Rückwärtsbewegung
gewahrten, glaubten sie, die Vorhut sei geschlagen, und
sie schrien: "Sauve qui peut! " (Rette sich
wer kann). Alle stürmten nun rückwärts. Die
burgundischen Anführer hieben mit den Schwertern auf
die fliehenden ein, um die Heermacht in der Ebene zum
Stehen zu bringen. Vergeblich.
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Der
Herzog versuchte, wenigstens die Vorhut zum Stehen zu
bringen. In diesem Augenblick erscholl vom Berg herab
das Horn von Uri, dazu das Harsthorn der Luzerner, und
in der Sonne glänzten die Spiesse der Hauptmacht.
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"Sind
das Eidgenossen ?" fragte Karl seine Nächsten.
"Ja, durchlauchter Herzog", lautete bündig
die Antwort der Ritter. Der Herzog erbleichte und begann
zu zweifeln: "Wie sollen wir der vereinten Macht
die Stirne bieten, wenn uns die Vorhut schon derart zu
schaffen gegeben hat ?" Und doch kämpfte er
weiter. Aber umsonst.
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Die
Eidgenossen drangen ungestüm vor, ungeordnet,
zuschlagend, wo es nötig war, mit gesenkten Spiessen,
geschwungenen Halbarten, unter dem Lärm der Trommeln
und dem Gebrüll der Hörner.
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Die
Burgunder wichen auf der ganzen Linie zurück. Im Gewirr
der Schlacht wurde Karls Pferd getroffen und sank unter
ihm in den Staub. Der Herzog schwang sich behende auf
ein anderes und flüchtete ins Lager von Grandson.
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Aber
niemand war mehr da. Seine Leute schienen über alle
Berge geflohen, und die Eidgenossen rückten bereits
gegen die Wagenburg vor. Verwirrt stand der stolze Heerführer,
von der Leibwache geschützt, vor seinem Zelte und
glaubte sich elendiglich verraten. In diesem Augenblick
stürmten die ersten Eidgenossen ins Lager ein. Karl
schwang sich in den Sattel, gab dem Pferd die Sporen und
ritt davon.
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Als die
Eidgenossen erkannten, dass der Kampf gewonnen war,
knieten sie nieder und dankten Gott. Der Hauptmann der
Berner, Niklaus von Scharnachtal, schlug die Tapfersten
zu Ritter.
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Das
geschlagene Heer der Burgunder wurde nicht verfolgt.
Jenen, die sich im Schloss Grandson versteckt hielten,
gewährte man Gnade. Doch als die Eidgenossen vor den
Toren die Leichen an den Bäumen hängen sah, zehn bis
zwanzig am gleichen Ast, Vater und Sohn, Verwandte und
Freunde nebeneinander, da weinten sie. Das traurige
Schicksal der Besatzung von Grandson empörte sie
derart, dass den achtzehn versteckten Burgundern das
gleiche beschieden war. Sie baumelten bald an den
gleichen Ästen.
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Die
Leichen der Eigenen nahm man ab und trug sie in
Prozessionen zum Barfüsserkloster, wo sie in einer
grossen Grube beigesetzt wurden.
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Die Märzsonne
strahlten auf die verlassenen Zelte des burgundischen
Lagers. Ein leichter Fr | | |